Verstorben

Trauer um Josef Rewitzer

Pleystein. (tu) Josef Rewitzer, Altstadt 53, war jahrzehntelang eng verbunden mit dem öffentlichen Leben in seiner Heimatstadt. Er starb am 30. Januar, wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag, im Klinikum Weiden. Nicht umsonst wurde er als Altstadt-Bürgermeister bezeichnet, weil er sich um die Menschen kümmerte. Um für sie etwas zu erreichen, konnte er sehr hartnäckig sein. Geschätzt wurde er wegen seiner ehrlichen Art.

Am Freitag wurde ihm von einer großen Trauergemeinde die letze Ehre erwiesen. Der "Schneinder", wie er mit Hausnamen genannt wurde, gehörte zu den Stützen im Kirchenchor und im Männergesangverein (MGV). Lange Zeit war er in den 1980er Jahren zweiter Vorsitzender der KAB. 1955 war er als Außenläufer Mitglied der Meistermannschaft des TSV 1902, die damals in die A-Klasse aufstieg.

Von 2000 bis 2005 begleitete er an den Werktagen die Mädchen und Buben des Kindergartens als Schulbuslotse. Zu seinen Steckenpferden zählte das Eisstockschießen, das Schwimmen und das Garteln sowie die nachmittägliche Unterhaltung auf der Rentnerbank im Park am Stadtweiher.

Im Requiem in der Sigismundkirche, das Pater Albrecht Herrmann aus Würzburg, ein Cousin des Verstorbenen, mitzelebrierte, ging Stadtpfarrer Pater Hans Ring auf den Lebensweg Rewitzers ein. Er wurde am 7. Februar 1935 in Pleystein geboren und wuchs mit seiner Schwester Resi am Fuß des Kreuzbergs auf. Er lernte das Schneiderhandwerk und arbeitete 40 Jahre bis zum Ruhestand 1993 bei der Firma Reinigung-Ries in Vohenstrauß, für die er die Annahmestelle in Pleystein betreute.

1958 heiratete er Anna Hammer aus der ehemaligen Kreisstadt. Die Söhne Josef, Harald und Andreas vervollständigten die Familie. Auf die fünf Enkel war Rewitzer besonders stolz. Im Mittelpunkt seiner Fürsorge stand stets seine Familie. Darüber hinaus war ihm neben dem Gesang eine lebendige Beziehung zu seinem Herrgott von enormer Bedeutung. Der Kirchenchor unter Leitung von Alexander Völkl gestaltete den Gottesdienst und die Urnenbeisetzung. Für die KAB würdigte Hans Müllhofer Rewitzer als Stützpfeiler, der 1967 in den Verband eintrat und sich engagiert für die Belange der Arbeitnehmer einsetzte. Für den Kirchenchor St. Sigismund führte Johann Walbrunn aus, dass man einen der zuverlässigsten Sänger verloren habe. Von 1969 bis 2012 habe Rewitzer mitgewirkt. Während der Ansprache von Walbrunn spielte Alexander Völkl auf der Orgel leise die Melodie "Die Nacht" von Franz Schubert, ein Lieblingslied des Verstorbenen.

Für den MGV stellte Karl Herrmann das Engagement von Rewitzer heraus. Von 1983 bis 1992 war er stellvertretender Vorsitzender. Auch als Notenwart habe er Akzente gesetzt. Mit dem "Schottischen Bardenchor" nahmen die Sänger Abschied von ihrem Kameraden, der in über sechs Jahrzehnten einige Kapitel der Vereinsgeschichte mitgeschrieben hat. (tu)
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