"Verstoß gegen Normen"

Josef Rewitzer. Bild: bey

Mit Vehemenz tritt VdK-Orts- und Kreisvorsitzender Josef Rewitzer für die Barrierefreiheit in der Stadt ein, sofern die Zuständigkeit für deren Umsetzung bei der Kommune liegt. Im NT-Interview bezieht er nochmals klar Stellung.

In der Blockadehaltung einzelner Stadträte - ohne Namen zu nennen - sieht er "einen ganz banalen Verstoß gegen Normen". Damit meint Josef Rewitzer letztlich sogar eine Verletzung von Grundrechten. Der VdK-Chef weiß, dass die Staatsregierung für die Barrierefreiheit ein Zeitfenster bis 2022/2023 vorgibt. Zur Barrierefreiheit in gewerblichen Betrieben, Gastronomie und Arztpraxen will sich Rewitzer später äußern.

Mit seinen regelmäßigen Wortmeldungen und seiner Hartnäckigkeit will Rewitzer das Thema Barrierefreiheit in den Köpfen der Politiker der Stadt fest verankern. Gleichwohl räumt der VdK-Vorsitzende ein, dass bislang kein einziger Stadtrat auf ihn eingegangen sei. Seine Ziele seien nicht nur die des Ortsverbands, sondern die des VdK in dessen Gesamtheit, machte Rewitzer deutlich. Außerdem will er nach seinen Worten in der Bevölkerung einen Rückhalt erkannt haben.

Vor der letzten Stadtratssitzung hat Bürgermeister Rainer Rewitzer weitere Maßnahmen für die Herstellung einer Barrierefreiheit im Bereich Pfarrplatz angekündigt. Stimmt das den VdK-Ortsvorsitzenden versöhnlicher?

Auf jeden Fall. Mich hat nur irritiert, dass das eine "180-Grad-Kehrtwende ist", weil noch in der Stadtratssitzung davor eine harsche Kritik seitens der CSU vorgebracht worden war.

Als VdK-Orts- und Kreisvorsitzender üben Sie Kritik, dass die Stadt bestimmte, angeblich versprochene Verbesserungsmaßnahmen noch nicht umgesetzt hat. Warum sind Sie der einzige, den das stört? Bislang hat kein Stadtratsmitglied, auch nicht von der Fraktion, für die Sie bei der letzten Wahl kandidiert haben, jemals dieses fehlende Umsetzen der Maßnahmen bemängelt?

Das wundert mich auch, obwohl in den vergangenen Wahlversammlungen parteiübergreifend mehr Barrierefreiheit gefordert und auch versprochen wurde.

Welche Gründe bewogen den VdK-Ortsverband Pleystein, nicht schon in Zeiten, in denen die Gäste des seit 2005 geschlossenen BRK-Hauses am Sonnenhang (meist Behinderte) die Straßen füllten, eine Barrierefreiheit zu fordern?

Früher war eine Barrierefreiheit noch nicht in den Köpfen der Menschen wie jetzt. Ich als VdK-Ortsvorsitzender trete seit der Übernahme dieses Amts im Jahr 1994 dafür ein. Mittlerweile wird die Barrierefreiheit durch Artikel 9 der UN-Konvention gefordert.

Müssen zunehmend ältere Menschen in einer Stadt gleichzeitig ein Ansteigen von behinderten Menschen bedeuten?

Aus der Erfahrung heraus nimmt die Gebrechlichkeit im Alter zu. Eingeschlossen sind dabei natürlich auch körperliche Behinderungen, aber auch Personen mit Seh- und Hörschwächen.
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