Vertonte Frohbotschaft

Vier Herren und eine Dame boten einen mitreißenden musikalischen Abend in der Martinskirche. Das lag auch an der ungewöhnlichen Instrumentenvielfalt.

Mit "Macht hoch die Tür" zum Einzug bereitet "Harmonic Brass" den Weg hin auf Weihnachten. Pfarrer Matthias Weih freut sich, dass das Bläserensemble sein Versprechen vor drei Jahren eingelöst und einen neuen Besucherrekord in der restlos ausverkauften St.-Martins-Kirche aufgestellt hat. Insgesamt waren 19 Instrumente zu hören.

Zur Einstimmung erschallte im warmen, wechselnden Licht der Altarbeleuchtung Theodor Schwartzkopfs Ouvertüre A 5 mit dem typischen weichen Klangbild, das "Harmonic Brass" seinen Erfolg auch im Ausland beschert.

"Für uns ist es immer noch ein Quell purer Freude", meinte Andreas Binder, und die Zuhörer empfanden Bachs "Magnificat" auch so. Dass uns an Weihnachten nicht irgendwas, sondern alles geschenkt wird, kam bei "Drei Könige" von Peter Cornelius zum Ausdruck. Stimmgewaltig entfaltete das Quintett Auszüge aus Händels "Messias". In die Welt der Träume und Sehnsüchte entführte "Harmonic Brass" nach dem Klassiker "Adeste fideles" zu Tschaikowskys "Nussknacker-Miniaturen". Arabische Karawane, Schokoladentanz, chinesische Melodien, Tanz der Rohrflöten mündeten in einen fabelhaften Walzer, den Thomas Lux mit Elisabeth Fessler als "Clara" zelebrierte.

In der Pause bewährte sich der Frauenkreis bei der Bewirtung im Gemeindehaus. Mit nicht minder tonaler Treffsicherheit meisterte das Ensemble Antonio Vivaldis "Concert in C". Nicht fehlen durfte "Es ist ein Ros entsprungen". Geradezu jubilierend präsentierte Hans Zellner seine virtuosen Piccolo-Trompeten-Herrlichkeiten zum "Gloria", was ihm frenetischen Sonderbeifall einbrachte.

"Vortreffliche Akustik"

Als absoluter Gewinn erwies sich seit 2014 die 26-jährige Elisabeth Fessler. Mit ihrem Flügelhorn setzte die Schwäbin spielerische Akzente und beschwor eine "White Christmas".

Nach dem Ausklingen der letzten Töne bei den Zugaben "Sleigh and Ride" und "Zu Bethlehem geboren" setzten erst gebührliches Schweigen und dann langanhaltender Schlussapplaus einer überwältigten Zuhörerschaft ein. "Super, jede Minute ein Genuss, vortreffliche Akustik", fassten die Flosser Hermann und Sieglinde Schätzler treffend zusammen.
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