Viel Geld fließt in den Kanal

Auf günstigere Ausschreibungspreise warten: Planer Werner Norgauer würde das im Wernberger Fall nicht riskieren. Der im Winter zusammengebrochene Kanal an der Naab - ein Hauptstrang - muss repariert und erneuert werden.

Wernberg-Köblitz. (cv) Nach dem Einbruch des Mischwasserkanals, der von der Sportplatzstraße Richtung Naab führt, wurde ein Provisorium auf die Beine gestellt, erläuterte Bürgermeister Georg Butz in der Marktratssitzung die Ausgangssituation. Im März beauftragte das Gremium das Ingenieurbüro BBI aus Regensburg mit den Planungsleistungen für eine Sanierung beziehungsweise den Neubau des Kanals.

BBI-Mitarbeiter Matthias Schindler unterbreitete nun den Markträten die technische Seite: Der Kanal ist ein Hauptabfluss für die Abwässer aus Wernberg-Nord zur Naab und dann - nach Unterquerung der Naab - zur Kläranlage. Als es nun Anfang des Jahres zum Rohrbruch kam und notdürftig saniert wurde, nahmen die Fachleute den Zustand des Sammlers unter die Lupe: Grundwassereintrag, undichte Rohrleitungen, Längsrisse, Scherben, eindrücktes Kreisprofil: Bei sieben Haltungen - das ist der Abschnitt von Schacht zu Schacht - ist Handlungsbedarf. Zwei müssen komplett neu gebaut, die restlichen fünf repariert und renoviert werden. Nicht einfach: Die Naab hat einen hohen Grundwasserstand. Gebaut werden kann nur mit einer Spundwand und einer Abflussabsenkung. Auch Altlasten wie Glasabfall könnten zu Buche schlagen. Positiv hingegen: In einem Teilbereich kann nach Rücksprache mit dem Grundstückseigentümer der Trassenverlauf wirtschaftlicher gestaltet werden.

Kein Risiko eingehen

Schindler riet, die bittere Pille der Kanalbaumaßnahme kurzfristig zu schlucken, um weitere kostenintensive Sofortmaßnahmen zu verhindern. Werner Norgauer sah es ebenso. "Sie haben schon einen Einsturz gehabt, ich kann nicht versprechen, dass bis zu einem zeitlich günstigeren Ausschreibungstermin nichts mehr kommt", sprach er das Risiko an, dass der Markt eingehe, wenn er das Projekt hinauszögere. Die Kostenschätzung ist stattlich: 250 000 Euro.

Im Oktober

Mit dem Bauentwurf bestand im Gremium Einverständnis. Nun wird die Ausführungsplanung und Ausschreibung vorbereitet, damit die Maßnahme Mitte/Ende Oktober abgeschlossen werden kann. Im Herbst kommt den Bauleuten der geringe Wasserstand entgegen. Ursprünglich sollte ein Ermächtigungsbeschluss zur Vergabe gefasst werden. Da in der nächsten Sitzung am 28. Juli schon die ungeprüften Submissionsergebnisse vorliegen, wird dieser neue Informationsstand noch abgewartet.
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