Viel Herzblut für die Heimat

Als Sargträger erwiesen junge Feuerwehrkameraden ihrem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Karl Dobmann die letzte Ehre. Bild: az

Karl Dobmann war ein einfacher Mann und gleichzeitig eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Am Donnerstag erwies eine große Trauergemeinde "dem Brock" die letzte Ehre. Das graue Nieselwetter passte zur Stimmung.

Gmünd/Grafenwöhr. (az) Den Trauergottesdienst zelebrierten Karl Dobmanns Neffe, Weihbischof Reinhard Pappenberger, und Kaplan Thomas Thiermann. Pappenberger berichtete, dass er an Weihnachten noch mit seinem Onkel telefoniert und schon bald im neuen Jahr ein Treffen vereinbart habe. Er hätte nicht gedacht, dass dies am Grab sein würde.

Kaplan Thiermann versuchte, gemäß des Matthäusevangeliums, die Freude an irdischen Dingen in Einklang zu bringen mit dem Streben nach dem Schatz des Himmelreichs. Dobmann habe für die Mitmenschen all seine Talente eingesetzt und dabei nach dem Schatz des Himmelreiches gesucht. Beispielhaft nannte er den Einsatz um die Renovierung der Gmünder Marienkirche, womit er bewies, "dass Gott ihm etwas bedeutet" habe. Der Herr werde Glauben und Vertrauen nicht enttäuschen und "ihm den ewigen Lohn nicht vorenthalten". Dobmanns Kraft sei mit fast 82 Jahren aufgebraucht gewesen, betonte der Priester. Er konnte bis zuletzt in seiner Umgebung bleiben und friedlich einschlafen, damit habe ihm Gott wohl einen großen Wunsch erfüllt.

In den Nachrufen von Bürgermeister Edgar Knobloch und dessen Vorgänger Helmuth Wächter reihten sich viele Zahlen, Fakten, Daten aneinander. Knobloch erinnerte an sechs Jahre Gemeinderat in Gmünd und 24 Jahre Stadtrat in Grafenwöhr. In beiden Gremien habe er vor allem für Gmünd Projekte initiiert, angetrieben und begleitet. Sein Leben lang sei der Verstorbene für jeden Bürger seines Ortsteiles Ansprechpartner gewesen. "Man kann sagen, er hat seine Argumente kämpferisch vertreten, auch im Bewusstsein, sich damit nicht immer Freunde zu machen. Das hat ihn ausgezeichnet, wir haben ihm viel zu verdanken."

Ein Organisationstalent

Sein Organisationstalent und die Hilfsbereitschaft habe auch bei den Amerikanern Beachtung gefunden. Der kommandierende General habe ihm im März 1996 die Ehrenspange der U.S.Army "für hervorragende zivile Dienste" verliehen. Von Landrat Simon Wittmann habe er 1997 die kommunale Dankurkunde erhalten. Alle Würdigungen gipfelten im September 2004 in der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Dobmann sei 1950 Mitbegründer und über Jahre aktiver Spieler der Stadtkapelle gewesen, wusste Helmuth Wächter, der für die Vereine sprach. Der Wanderverein habe bei den Wandertagen stets auf seine Unterstützung gebaut. Ehrungen und Auszeichnungen habe Dobmann für langjährige Mitgliedschaft beim Soldaten- und Reservistenbund erhalten. Sein Engagement beim Museumsumbau wisse der Heimatverein immer noch zu schätzen. Die SPD sei stolz auf 35-jährige Mitarbeit und 30-jähriges kommunales Wirken. Der TSV Gmünd verbinde den Namen des Gründungsmitglieds mit dem Neubau von Sportanlage, Sportheim und zweitem Fußballfeld.

Sein "Herzensverein", die Feuerwehr Gmünd, habe ihm 2003 den Ehrenvorsitz verliehen. Wächter erinnerte hier an die Errichtung eines Gerätehauses und des nahe gelegenen Kinderspielplatzes. Aus dem alten Schulhaus ein schmuckes "Haus der Begegnung" zu machen, sei die herausragendste Leistung "des Karl" gewesen, resümierte Wächter. Auch die Generalsanierung der Marienkirche und die Errichtung des Nepomukmarterls trage Dobmanns Handschrift.

Wächter bezeichnete ihn als vorbildlichen Bürger, guten Freund und treuen Weggefährten. "Seine Alltagsarbeit war von persönlicher Bescheidenheit gekennzeichnet. Er war ein Mensch, der allen, mit denen er zu tun hatte, etwas geben konnte." Das letzte Musikstück vom "Guten Kameraden" und "'s ist Feieroumd" von "seiner" Stadtkapelle berührten die vielen Menschen am Grab. Neffe Reinhard stand als Trauernder mit bei Dobmanns Söhnen Rudolf und Manfred sowie den Familien.
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