Vielfältige künstlerische Spurensuche bei der Veranstaltung Vilskultur
Vom Fluss bewegt und inspiriert

Gut 85 Kilometer ist sie lang, schlängelt sich gemächlich von Kleinschönbrunn durch den Landkreis nach Kallmünz, ist vielfältiger und mäandrierender Lebensraum für Pflanzen, Mensch und Tier. Sie hat viele natürliche Veränderungen und menschliche Eingriffe erlebt und inspiriert seit jeher die Gedanken. Die Rede ist von der Vils, im Tryptichon der Künstlerin Elisabeth Künzl "Filusa - Die Vils" beschrieben, soll heißen: "Der Fluss, der sich erst zurechtmacht ein Fluss zu sein, weil er langsam fließt". Das alles war zu erfahren bei der 8. Auflage von Vilskultur.

AOVE mit im Boot

Bisher wurde die Aktion von den Gemeinden Ebermannsdorf, Ensdorf, Kümmersbruck gestaltet. Jetzt nahm man die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils- Ehenbachtal (AOVE) mit ins Boot.

Die Hahnbacher Landstreicher eröffneten ihren musikalischen Part - wie könnte es auch anders sein - mit der Wassermusik von Georg Friedrich Händel, von ihm allerdings nicht komponiert auf der Vils sondern auf der Themse. Bergbau-Museumsleiter Michael Ritz hob die Vielfalt des seit acht Jahren immer wieder neu aufgestellten Programms hervor. Dies sei aber auch kein Wunder bei der abwechslungsreichen Kultur rund um die Vils.

Von "vielfältigen Gesichtern, verschiedenen Stimmungen und Blickwinkeln" schwärmte die Künstlerin Elisabeth Künzl, die seit 1973 auf der Spurensuche an der Vils ist. Sie hatte entsprechende Bilder mit Fluss-Impressionen mitgebracht und ihr einzigartiges Triptychon, ein Bild, bestehend aus drei Tafeln, an der Bühnenwand angebracht. Als ein Lob an die Vils - "an der ich schon so lange lebe" - will sie es verstanden wissen.

Die beiden Seitentafeln enthalten Wichtiges und Besonderes von der Ur-Vils bis heute, der jahrhundertealte Mittelteil ist ein ganz altes Dielenbrett aus dem Salzstadel in Amberg, darauf bildete sie den Lauf der Vils aus Eisendraht und Schafwolle nach und setzte an die wichtigen Punkte Steine, die sie am Ufer gefunden hat. "Es ist", so sagte die Künstlerin den vielen Zuhörern "ein Spiel mit den Geschenken der Vils. Sie geben dem Triptychon seine Struktur. Alle Farbtöne stammen aus einer Sandgrube, wo abgebaut wird, was die Vils einst ablagerte". Seine angestammten Heimat hat das von Künzl geschaffene Triptychon im Sitzungssaal des Hahnbacher Rathauses.

Die Wasserkraft genutzt

Ein erdgeschichtlicher Kenner der Vils und deren Verlauf ist Peter Fröhlich aus Ensdorf. Er ging den Fluss von der Quelle bis zur Mündung nach. Schon von Berufs wegen ist Fröhlich eng mit der Vils verbandelt, schließlich ist er am Wasserwirtschaftsamt in Weiden tätig. In Wort und Bild referierte er über "das Gewässer 1. Ordnung", wie die Vils in der Fachsprache heißt. Seit Jahrhunderten wird an der Vils und ihren Nebengewässern die Wasserkraft genutzt, man hat damit Eisenhämmer, Säge- Getreide-, Papier-, Farben- und sogar Schnupftabakmühlen angetrieben. Um das Jahr 1900 existierten an der Vils 29 aktive Wasserkraftanlagen. "Wegen fehlender Wirtschaftlichkeit oder durch Zusammenlegung ist die Zahl der aktiven Anlagen zwischenzeitlich auf 14 zurückgegangen", erklärte Fröhlich.

Es war viel zu hören und zu erfahren an diesem Abend, musikalische Beiträge steuerte Liedermacher Wolfgang Ignatz aus Kümmersbruck bei, bekannt unter dem Künstlernamen "Der Vilswanderer".
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