Vier Blöcke

Leider seien laut Schulleiter Peter Fleischmann Schüler selbst aus Regelschulen "nicht immer ausbildungsreif". Das lasse sich zum Beispiel an eingeschränkter Lesekompetenz oder an Pünktlichkeit festmachen. Diese Defizite gelte es, in einem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) oder in den letzten beiden Jahren der Mittelschule "aufzufangen und zu kompensieren". Die Schüler haben die Möglichkeit, aus sechs bis sieben sogenannten Gewerken vier auszuwählen.

Im Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT) besuchen derzeit die Schüler der 8. Klasse der Mittelschule die Berufsschule. In vier Blöcken nehmen sie am Unterricht der Berufsschüler teil; zunächst an mehreren Mittwochen hintereinander, dann eine Woche am Stück. "Die Schüler haben am Ende des Jahres vier Berufe durchlaufen", erklärt Lehrerin Iris Eckert. Dennoch sei es laut Fleischmann schwierig, das Projekt zu verwirklichen - von Schulamt und Ministerium komme keine Unterstützung. "Wir schneiden uns jetzt die Stunden aus dem eigenen Fleisch", sagt Fleischmann - "zur Imageförderung". Denn zunächst hätten beide Seiten - weder Mittel- noch Berufsschule - keinerlei Vorteil, sondern mehr Arbeit.

Lob gab es von allen Seiten: von "fantastische Idee" (Josef Neubauer, CSU), über "danke an alle, die diesen Weg bereiten" (Helmuth Wächter, SPD) bis hin zu "gut, dass ein Schüler mit Defizit eine Chance bekommt" (Thomas Schopf, FWG) und "das sollten wir unterstützen" (Udo Greim, SPD). (esc)
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