Vier Jahrzehnte Klangfülle

Pfarrer Johann Trescher dankte Monika Kagerer für 40 Jahre an der Orgel. Dafür erhielt sie das Cäcilien-Abzeichen in Gold und die Dankurkunde von Bischof Rudolf Voderholzer. Bild: Schieder

Musik spricht Menschen an, erreicht sie auf einer Ebene, die Worte allein nicht vermögen. Die Kirchenorgel ist so ein Instrument, das mit seinem Klang diese Gefühle gut interpretieren kann. Nun gab es eine besondere Ehrung für die Frau an den Tasten.

Die Kirchenorgel verfügt über eine ungeheure Vielfalt an Ausdruckskraft, reicht von Trauer über Freude bis hin zum überschwänglichen Lobpreis. "Es fehlt einfach was", sagen die Kirchgänger, sollte aus irgendeinem Grund ein Gottesdienst ohne diese musikalische Begleitung auskommen müssen.

Feierliche Begleitung

Gerade in den letzten Monaten wurde in den Pfarreien nach und nach das neue Gotteslob eingeführt. Viele neue Lieder sind darin enthalten, die erst erlernt werden müssen. Mit Unterstützung der Orgel gelingt dies einfach besser. Das Kirchenjahr kennt viele feierliche Anlässe, die vor allem das Leben Jesu dokumentieren. Vor allem die Geburt Jesu und sein Tod sowie seine Auferstehung ziehen die Menschen in die Kirche. Diese Freude, aber auch den Schmerz - all das haben Komponisten in ihre Werke eingearbeitet. Die Melodien umzusetzen, dieser Aufgabe nehmen sich die Organisten in besonderer Weise an. Darüber hinaus verleiht die Musik den Gottesdiensten an den Sonntagen, aber auch bei Trauungen, Beerdigungen, Andachten, Erstkommunionfeiern und Firmungen ein feierliches und würdiges Gepräge.

Am letzten Sonntag im Kirchenjahr wird das Christkönigs-Fest gefeiert. Die Menschen strömten in die Kirche. Pfarrer Johann Trescher zelebrierte die Messe, die von Zwischengesängen begleitet wurde. Und die Orgel unterstützte die Gottesdienstbesucher dabei nach Kräften. Gegen Ende des Gottesdienstes wies Pfarrer Trescher auf die heilige Cäcilia hin, die am Tag zuvor ihren Namenstag hatte. Cäcilia gilt als eine der Nothelferinnen und seit dem Spätmittelalter als Patronin der Kirchenmusik. Monika Kagerer spielt seit 40 Jahren die Orgel in der Kirche St. Bartholomäus in Altenschwand. Bereits im zarten Alter von zehn Jahren hatte sie damit angefangen, so Pfarrer Trescher. Kagerer erzählte im Gespräch, dass sie das Orgelspiel vom früheren Schwandner Pfarrer Karl Raab erlernte. Begonnen hat sie im Januar 1974. Bereits im Juli desselben Jahres, also in Rekordzeit von nur sechs Monaten, war sie in der Lage, die Gottesdienste auf der Orgel zu begleiten.

Ohne kräftiges Üben ging dies natürlich nicht. Dies bedeutete, dass sie jeden Tag mit dem Rad von Alten- nach Neuenschwand zur Kirche fuhr, um zu spielen. Seitdem begleitete sie jeden Sonntagsgottesdienst und die Werktagsmessen musikalisch. Im Laufe der Jahre musste sie die Familie und dann auch die Berufstätigkeit unter einen Hut bringen, was durchaus eine organisatorische Herausforderung darstellte.

Berufsbedingt spielt sie nun die Orgel an den Sonntagsgottesdiensten und an Festtagen. Und auch der "Schwandner" Kirchenchor kann auf ihre musikalische Begleitung zählen. Im Beisein von weiteren "Organisten-Kollegen" der Pfarreiengemeinschaft Bodenwöhr-Alten- und Neuenschwand erhielt sie für ihr jahrzehntelanges Engagement das Cäcilien-Abzeichen mit Goldkranz des Allgemeinen Cäcilien-Verbandes (ACV) sowie eine Urkunde, unterzeichnet von Bischof Rudolf Voderholzer. Dieser dankte ihr im Namen der Pfarrgemeinde für ihren treuen Dienst und überreichte dazu ein Präsent. Der Ortsgeistliche ermunterte die Kinder und Jugendlichen, auch das Klavierspiel zu erlernen. Denn Organisten und Priester würden dringend benötigt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Altenschwand (308)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.