Viertklässler testen ihre Heimat

Aus dem Hintergrund schaut Bürgermeister Hans Koch (rechts) zu, wie der Traumspielplatz der Kinder im Modell Gestalt annimmt. Bild: wku

Mit spitzem Stift und Notizblock zogen sie los. Was ihnen in Königstein gefiel oder auch nicht, das schrieben sie auf. Ihre Liste gingen die Kinder dann mit Bürgermeister Hans Koch durch.

"Forschungswerkstatt Heimat" hieß das Projekt, das die kommunale Jugendarbeit des Landkreises mit den Viertklässlern der Grundschule startete. Die Schüler zogen zwei Tage lang mit ihrer Klassleiterin Nannette Lorenz, Cornelia Aschenbach und Selina Kunisch los, um schöne und weniger schöne Orte in Königstein zu entdecken. Außerdem betätigten sie sich als Spielplatztester, Verkehrsbeobachter und Interviewer.

Ihre Ergebnisse stellten sie Bürgermeister Hans Koch und Rektor Herbert Übelacker vor. Lobend erwähnten die Kinder das Naturbad, das Kneippbecken und den Sportplatz. Doof fanden sie die große Baustelle momentan in der Obermühlstraße sowie das leerstehende, ungepflegte ehemalige Schreinerhaus an der Schule. Auf ihrem Wunschzettel hatten sie eine Kinderdisco, einen größeren Spielplatz, eine Go-Kart-Bahn und eine größere Turnhalle notiert.

Katzenkot und Scherben

Beim Spielplatz-Check am Sportgelände fielen den Testern einige beschädigte Geräte auf. Minuspunkte vergaben sie wegen des Katzenkots. Auf dem anderen Spielplatz im Neubaugebiet am Ossingerweg lagen Glasscherben. Während ihrer Interviews mit Passanten hörten die Schüler mehrfach den Wunsch nach einem Fußgänger- und Radweg. Einige beklagten sich über das Kopfsteinpflaster, das sehr laut sei. Die Schüler stellten fest, dass viele Autofahrer die erlaubte Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nicht einhalten.

Verbesserungen in Sicht

Drei Projekte würden die Kinder verwirklichen, wenn sie Bürgermeister wären: neue Fußgängerwege, eine Rodelbahn und einen Reitclub. Da werde wohl das eine oder andere am Geld scheitern, befürchtete Bürgermeister Hans Koch. Allerdings komme mit der Umgehungsstraße auch ein Rad- und Fußweg zum Sportplatz, kündigte er an. Das Kneippbecken werde in zwei Jahren attraktiver gestaltet mit Spielplatz und Bachlauf.

Beim Kinderspielplatz am Sportgelände könne die Gemeinde nicht mitreden, da er Aufgabe des Sportvereins sei. Die Straßen durch Königstein seien entweder Staats- oder Kreisstraßen. Eins gab Koch zu bedenken: "Kopfsteinpflaster ist zwar laut, aber umweltfreundlich, da viel Regenwasser dazwischen versickert."
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