Vitus-Kirwapaare vergessen Ursprung des Festes nicht
Erst Altardienst, dann Tanz um den Baum

Die 14 Utzenhofener Kirwapaare nach dem Baumaustanzen vor ihrem Pferdefuhrwerk. Bilder: aun (2)
Der Heilige Vitus hat in Utzenhofen eine besondere Bedeutung. Er ist der Schutzpatron der Pfarrkirche. Ihm zu Ehren feiert der Ort die Vituskirwa. Ideales Wetter begleitete ihre 23. Auflage. Die Kirwagemeinschaft um den Vorsitzenden Thomas Bauer hatte die drei ausgelassenen Tage bestens organisiert.

Los ging's am Freitag mit einem großen Schafkopfturnier. 25 Partien spielten um die Preise. 200 Euro in bar nahm ein Teilnehmer aus Neumarkt mit. 121 Punkte bescherten ihm einen hauchdünnen Erfolg, denn der Zweitplatzierte erreichte nur einen Zähler weniger. Dafür durfte er sich mit 100 Euro trösten. Für 96 Euro kassierte der Dritte immerhin noch 50 Euro.

Flüssignahrung und Kran

Am Samstagnachmittag stellten die Burschen den mit Schnitzereien verzierten Baum neben dem Festzelt auf. Viel flüssige Nahrung und ein Autokran halfen, den Stamm in die Senkrechte zu bringen. Abends unterhielt die Band Stand By die ungezählten Kirwagäste.

Die Utzenhofener wissen, dass Kirwa nicht nur Gaudi bedeutet, sondern ursprünglich etwas mit der Kirchweih zu tun hat. Trotz einer anstrengenden Nacht kamen die 14 Paare und die Vereinsabordnungen zum Festgottesdienst, den Pfarrer Josef Kanovsky in der Pfarrkirche St. Vitus zelebrierte. Der Kirchenchor und Organist Wolfgang Herdegen wirkten dabei mit. Die Kirwamoidln Kathi Kerschensteiner, Julia Riehl und Julia Körner trugen Lesung und Fürbitten vor. Als Ministranten agierten Franziska und Theresa Guttenberger sowie die Kirwaburschen Stefan Fromm und Michael Hummel.

Freche Gstanzl

Pünktlich um 15 Uhr folgte der Höhepunkt. Auf dem Pferdefuhrwerk von Adam und Franz Federhofer aus Prönsdorf mit den prächtigen braunen Rössern und dem geschmückten Anhänger fuhren die 14 Paare am Dorfplatz vor. Ein Duo aus Allersburg begleitete das Ganze musikalisch. Schnell zeigte sich, wer bei den Walzern, Polkas, Zwiefachen und Bairischen in den Tanzstunden aufgepasst hatte. Dazu stimmten Moila und Boum Gstanzln an, in denen so manche ihr Fett wegbekamen.

Mit der Hilfe von Musik und einem Blumenstrauß fand Utzenhofen sein neues Oberkirwapaar. Sandra Fersch und Michael Fromm tragen diesen Ehrentitel. Mit dem anschließenden Walzertanz stellte sich das Oberkirwapaar den Besuchern vor. Nach dem Austanzen ging's ins Zelt, wo die Band Gaudinudln für Kirwastimmung sorgte.

Seinen würdigen Ausklang fand das Fest schließlich am Montag. Der Kirwabär wurde durchs Dorf getrieben, wo er allerhand Schabernack ausheckte und neugierige Zuschauer anschwärzte. Zum Festausklang brachte die Band Ois Zufall die Besucher in Stimmung.

300 Euro hingeblättert

Bei der vom Oberkirwapaar geleiteten Verlosung zog Franz Kerschensteiner aus Deusmauer das große Los. Ohne zu zögern gab er den Baum zur Versteigerung frei und bescherte dadurch den Kirwapaaren einen großen Erlös. Am Ende gehörte das Festsymbol der Kirwagemeinschaft Ransbach, die dafür 300 Euro hinblätterte. Den zweiten Preis, eine Bierzeltgarnitur, gewann Josef Weiß aus Umelsdorf.
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