Voller Einsatz zur Ehre Gottes

Dem Bau der Kirche ging ein Kraftakt voraus. Lengenfelder Bürger karrten 42 000 Ziegel aus einer Brennerei in Windischeschenbach mit 100 Ochsen- und Pferdefuhrwerken von der Bahnstation Groschlattengrün nach Lengenfeld. Heute feiern die Lengenfelder das Patrozinium von St. Michael.

Zum Kirchenpatrozinium findet am Samstagabend um 19.30 Uhr ein Festgottesdienst statt, den der Waldershofer Stadtpfarrer Bernd Philipp in der Filialkirche zelebriert. Dabei willkommen sind alle Gläubigen aus Lengenfeld und Umgebung. 1911 wurde in Lengenfeld ein Schulhaus gebaut. Damals wünschten sich die Dorfbewohner eine Kirche dazu. Doch der Erste Weltkrieg und die darauf folgende Inflation durchkreuzten diese Absichten. Aber die Lengenfelder gaben ihren Traum nicht auf. Im Auftrag von Pfarrer Rüth aus Waldershof kam am 24. März 1931 Kooperator Lacher ins Gasthaus Kaiser nach Lengenfeld, um einen Kirchenbauverein zu gründen.

Gemeinschaftswerk

Am 27. September 1933 begannen die Einwohner nach den Plänen des Münchner Architekten Georg Holzbauer mit dem Bau der Kirche. Alle mussten kräftig zupacken. Am 22. Oktober 1933 erfolgte die Grundsteinlegung. Nicht einmal ein Monat war seit dem ersten Spatenstich vergangen und das Mauerwerk war schon zu zwei Dritteln vollendet. Geistlicher Rat Johann Koller, ein gebürtiger Lengenfelder, hielt die Festpredigt. Am 9. September 1934 erhielten die beiden Glocken die kirchliche Weihe.

Die Konsekration der Kirche erfolgte vor 80 Jahren am 5. September durch Bischof Dr. Michael Buchberger aus Regensburg. In der dazu angefertigten Urkunde heißt es unter anderem: "Sie wird in fernen Zeiten noch Zeugnis geben von dem Opfersinn der Bevölkerung, die trotz der schlechten Zeit in einmütiger Zusammenarbeit das Werk vollbrachte."

1955 fand eine Innenrenovierung der Filialkirche statt. Dabei wurden die Kanzel entfernt, ebenso die Kommunionbank und das Taufbecken. Dadurch wurde der Altarraum vergrößert und es war Platz für einen Ambo und den Volksaltar. 1985, zum 50-jährigen Bestehen der Kirche, wurde eine neue elektronische Orgel mit 36 Registern eingebaut. Fünf Mal erhielt die Kirche außen einen neuen Anstrich, zuletzt 2001. Dabei wurde auch die Außenmauer trocken gelegt. Dies alles geschah durch Eigenleistung der Lengenfelder Bürger, die zudem stets hohe Spendenbereitschaft zeigten.

Patres aus Fockenfeld

Die Kirche wird seit Bestehen von den Waldershofer Pfarrern betreut. Bis 1976 übernahmen die Seelsorge im Wesentlichen die Waldershofer Kapläne. Seit 1977 halten größtenteils Fockenfelder Patres Gottesdienste in St. Michael. Als Mesner fungiert seit den frühen 50er Jahren mit sehr viel Einsatz Hermann Grillmeier. Sein Bruder Manfred ist seit dieser Zeit als Organist tätig.
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