Vom Bader zum Friseur

Nicht nur die äußeren Gestaltung der Menschen ist der Mode und damit der Veränderung unterworfen, sondern auch die damit befassten Berufe. Vergessen ist, dass es sich beim Friseur um einen Teilbereich des mittelalterlichen Berufes eines "Baders" handelt, der noch im zurückliegenden Jahrhundert Bedeutung hatte.

Der approbierte Bader wirkte dabei auf dem einfachen medizinischen Sektor, in der Wund- und Zahnbehandlung und dazu als Haareschneider und Barbier bei der noch weit verbreiteten Rasur. In einem Haus oder sogar der gleichen Stube, konnte man sich die Haare schneiden, Zähne ziehen oder plombieren oder sogar ein neues Gebiss verpassen lassen.

Weil man sich einen "Doktor" (Arzt) nicht leisten konnte, ging man bei Verletzungen oder sonstigen Wehwehchen zum Bader, der oft einen besonderen Ruf als Heiler hatte. Auch nach Raufereien, die früher häufig zu Verletzungen führten, wurde lediglich der Bader konsultiert. In Schönsee ist als letzter aktiver Bader noch Roman Hauer in der Kirchstraße in Erinnerung; auch beim Vorgänger Hartmann von Zahnarzt Karl Braun, dürfte es sich um einen solchen gehandelt haben. Auch die "Badergasse" und Hausnamen sind Relikte. Aufgrund gesetzlicher Auflagen qualifizierten sich einige zu Dentisten oder zu Friseuren als anerkannte Berufe. (gl)
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