Vom Lkw-Fahrer zum Megastar: Elvis Presley wäre am 8. Januar 80 Jahre alt geworden
Hut ab vor einem König

Weltweit bis heute verehrt: Elvis Presley gilt als die Galionsfigur des Rock and Roll. In den Jahren vor seinem Tod ging er auf Tour und gab über 1000 Konzerte in den USA. Am 16. August 1977 starb der King, wie sie ihn nannten, im Alter von 42 Jahren. Bild: dpa

Es begann alles völlig unspektakulär. In dem kleinen Sun-Schallplattenstudio in Memphis/Tennessee erschien 1954 ein junger Mann namens Elvis Aaron Presley. Er wollte zum Preis von fünf Dollar einen Song für seine Mutter aufnehmen. Das Lied hieß: "My Happiness".

Die Sekretärin Marion Keisker kassierte und hörte ihm zu. Was sie vernahm, elektrisierte die Frau. Sie erzählte es ihrem Chef Sam Phillips, in dessen Studio zu jener Zeit Leute wie Johnny Cash und Jerry Lee Lewis aufnahmen. Was folgte, ist Geschichte: Phillips rief bei Presley an. Der kam erneut, hatte den Gitarristen Scotty Moore und den Bassisten Bill Black dabei. Sie spielten eine Weile und setzten dann zu einer Fassung des Titels "That's allright" von Arthur Crudup an. Sam Phillips war fasziniert. Was hörte er da? Country-Musik gepaart mit schwarzem Blues und Rockabilly. Aber so nie zu vernehmen gewesen.

Es handelte sich - doch das wurde erst einige Zeit später deutlich - um die Geburtsstunde des Rock and Roll und damit um eine Stilrichtung, die es bis dahin nicht gab. Sie sollte bis zum heutigen Tag rund um den Globus richtungsweisend bleiben. Mit einer Gallionsfigur, die Elvis Presley hieß.

8. Januar 1935. Gladys Presley bringt in Tupelo/Mississippi Zwillinge zur Welt. Jesse Garron stirbt bei der Geburt, Elvis lernt seinen Bruder nie kennen. Ärmliche Verhältnisse, Vater Vernon wandert später wegen Schnapsschmuggel ins Gefängnis. Die Familie zieht, weil sie dort bessere Chancen sieht, nach Memphis. Doch auch dort ist es nicht viel besser. Der junge Elvis kriegt für ein paar Dollar eine Gitarre. Er übt, besucht die Humes-High-School, wird Lastwagenfahrer bei "Crown Electric", macht Platzanweiser im Kino. Dann geht er zu Phillips ins Studio und eine Karriere beginnt, die es so in der Musikgeschichte kein zweites Mal gab.

Presley wird innerhalb kürzester Zeit zum Superstar. "Heartbreak Hotel" nimmt er auf, "Jailhouse Rock" und "Love me tender". Filme entstehen und Manager Thomas Parker, genannt der "Colonel", kauft ihn bei Sun-Records für 50 000 Dollar aus dem Vertrag. Elvis geht zur Plattenfirma RCA und bleibt dort bis zu seinem Tod. Bis heute hat er rund eine Milliarde Tonträger verkauft.

Jubelnde Fans

Am 8. Januar 2015 wäre Elvis Presley 80 Jahre alt geworden. Man wird sich an diesem Tag daran erinnern, wie er am 1. Oktober 1958 nach Deutschland zur US-Army kam, im hessischen Friedberg stationiert wurde und bei zwei Manövern auch die Oberpfalz besuchte. Sie spielten sich in und um Grafenwöhr ab, sahen den damals schon weltbekannten Sänger in Orten wie Hirschau, Amberg, Weiden. Viele von denen, die ihm begegneten, erinnern sich heute noch: "Der war ein Mensch wie jeder andere. Freundlich, zuvorkommend, umgänglich." Wo Elvis auftauchte, jubelten die Fans. Seinen 25. Geburtstag feierte Sergeant Presley in der Oberpfalz.

Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten gab es zwar die Verkaufsrekorde erzielende LP "Elvis is back". Doch dann kam es zu gravierenden Fehlern des Managers Parker. Er ließ seinen Schützling über zwei Dutzend Filme wie "Roustabout" drehen, die einzig dem Zweck dienten, seichte Songs zu singen. Kein Rock'n'Roll mehr, nur wie Eintagsfliegen produzierte Schlager. Elvis verschwand mehr und mehr aus den Hitparaden. Die Beatles und die Rolling Stones zogen an ihm vorbei. Es wurde still um den "King". Erst 1968 wagte er eine Rückkehr auf die Bühne. Dieses Comeback, vollzogen in kleinem Kreis, war grandios.

Endlich war er wieder da und konnte tun, was er viele Jahre zuvor in einem Brief an den Hirschauer Lokalreporter Sepp Müller geschrieben hatte: "Ich vermisse die Nähe des Publikums." Danach ging er auf Tour, trat in Las Vegas, Hawaii und in Lake Tahoe auf, gab in den folgenden Jahren über 1000 Konzerte in den Vereinigten Staaten. Wo immer der rastlose Elvis auch auf den Plakaten stand, waren seine Gastspiele Monate vorher schon ausverkauft. Und er sang wieder Hits: "In the Ghetto" und "Don't cry Daddy". Nach Deutschland zurück kam er nie.

Elvis Presleys Lebensweg endete am 16. August 1977 in der damals schon legendären Villa Graceland in Memphis. Kurz zuvor hatte er seine letzte LP mit dem Titel "Moody Blue" auf den Markt gebracht. Kaum war die Todesnachricht bekannt geworden, eilten Zehntausende nach Tennessee. Als er 42-jährig gestorben war, von Medikamenten aufgedunsen, zweieinhalb Zentner schwer und nur noch ein Schatten seiner selbst, hatte der engste Vertraute Joe Esposito die geschiedene Ehefrau Priscilla angerufen und sie informiert. Priscilla Presley sagte: "Oh Gott, lass das nicht wahr sein."

Zum 80. Geburtstag des Mannes, der Lieder wie "King Creole", "Hound Dog", "Return to Sender" und "You where always on my Mind" hinterließ, werden nun Menschenmassen nach Memphis kommen. Priscilla und Tochter Lisa-Marie schneiden die symbolische Torte an, Wegbegleiter sind da und vor allem Fans aus aller Welt. Ihr Schlachtruf lautet: "Elvis forever." Besser sagte es John Lennon: "Vor Elvis war nichts, was mich interessiert hätte."
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