Von Brüssel ins Dorfwirtshaus

Ismail Ertug will nicht nur auf Europaebene die Fäden ziehen, sondern auch in seiner Heimat. Beim Unterbezirksparteitag der SPD in Oberleinsiedl kündigte er an, mehr Präsenz in der Oberpfalz zu zeigen.

Die Errungenschaften der SPD auf sozialem Gebiet in der Großen Koalition und die Arbeit des Unterbezirks (UB) Amberg-Neumarkt-Sulzbach müssen noch besser herausgestellt werden. Dies war der Tenor beim UB-Parteitag am Samstag in Oberleinsiedl. Fast einstimmig bestätigten die 45 Delegierten ihren Vorsitzenden, Europaabgeordneten Ismail Ertug, im Amt. Die Vorsitzende der Amberger SPD-Stadtratsfraktion, Birgit Fruth, rückte mit Johannes Foitzik aus Neumarkt ins Trio der Stellvertreter auf.

Licht und Schatten

Ertug nannte seinen Unterbezirk eine wichtige Stütze für die Oberpfälzer SPD. Mit Ertug, Richard Gaßner, Reinhold Strobl, Brigitte Bachmann, Johannes Foitzik, Brigitte Netta, Armin Rüger und Birgit Fruth stellt der UB, der deckungsgleich mit dem Bundeswahlkreis Amberg-Neumarkt ist, acht der insgesamt 31 Bezirksvorstandsmitglieder. Ertug: "Das ist Realität, und diese Realität müssen und werden wir einbringen, damit sich das in Mandaten widerspiegelt." Die gewählten Delegierten werden laut Ertug mit darüber entscheiden, wer die Oberpfalz im Bundestag vertreten und wen der Unterbezirk in die Landtagswahl 2018 schicken wird. Was die Ergebnisse der zurückliegenden Wahlen anbelangt, so sprach Ertug von Licht und Schatten. Freude herrschte, so Ertug, über den Einzug von Strobl in den Landtag. "Wir waren geknickt, als unser UB bei den Bundestagswahlen wieder einmal leer ausging", räumte der Europaabgeordnete ein.

Ertug verwies auf die Wahlsiege in der Stadt Dietfurt, wo Carolin Braun Bürgermeisterin wurde, wie Brigitte Bach in der Gemeinde Birgland und Winfried Franz erneut in der Gemeinde Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg. Das Bürgermeisteramt blieb auch in Sulzbach-Rosenberg, außerhalb des Wahl-Rhythmus', mit Michael Göth in SPD-Hand. Was die praktische Arbeit des UB-Vorstands anbelangt, so verwies Ertug unter anderem auf eine Sitzung in Vilseck mit Personalvertretern der deutschen Zivilbeschäftigten, bei der es um drohenden Abbau von Jobs bei den US-Streitkräften ging. "Die Unruhe war groß angesichts der Sparwelle von Obama", blendete Ertug zurück. Er kündigte an, dass er die Aufgaben und das Wirken des Unterbezirks in der Öffentlichkeit noch deutlicher und transparenter machen wolle.

Mitglieder werben

Unbefriedigend nannte UB-Schatzmeister Hans Meßmann die finanzielle Ausstattung des Unterbezirks. Dort sind derzeit 1828 Mitglieder registriert, davon 601 weibliche. Vor den umfangreichen Wahlen bedauerte Ertug, dass angesichts der Personalvorschläge die Quote nicht erfüllt werde. Bezirksvorsitzender und Landtagsabgeordneter Franz Schindler forderte, die zwei wahlfreien Jahre zur Stärkung der Organisationskraft zu nutzen. Nicht befriedigend sei der Stand von 8800 Mitgliedern in der Oberpfalz. Der Schwandorfer unterstrich, dass die SPD mit ihrer erfolgreichen Arbeit in der Koalition ihre Wahlversprechen im Bereich der Sozialpolitik eingehalten habe. "Wir sind aber noch lange nicht fertig", sagte Schindler.
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