Von der Dankbarkeit im Alltag

Groß war das Interesse am Frauenfrühstück, das der Frauenbund angeboten hatte. Fast 50 Frauen waren gekommen. Bilder: lpp (2)

Das Büfett ließ kaum Wünsche offen. Die Frauen genossen die Gemeinschaft beim Frühstück. Dann die Nahrung für Geist und Seele - serviert von Katrin Karban-Völkl.

Christa Köllner hieß beim Frühstück des Frauenbunds im Gasthaus Schultes Referentin Kathrin Karban-Völkl aus Kemnath willkommen. Die Religionspädagogin referierte zum Thema "Die Kunst des Augenblicks". Vom Innehalten, Wertschätzen und Genießen des alltäglichen Augenblicks und der Kunst, im hektischen Alltag Ruhe zu finden.

"Heute schon gelacht ?"

"Hast du heute schon gelacht?" - so der Titel des Lied, das zu Beginn gemeinsam gesungen wurde. Basierend auf dem Liedtext dann die Frage: "Wem sind sie heute zuerst begegnet?" Diesem Menschen sollten die Frauen sagen, wie sehr man sich über die Anwesenheit freue - so die "Hausaufgabe".

Kathrin Karban-Völkl forderte die Gäste auf, das Staunen neu zu lernen, Danke zu sagen für alles, was einen umgebe: Gesundheit, Auto und Wohnung zu haben, Kleidung, Essen und Menschen, die einem nahestehen. Selbstverständlich bestehe das Leben nicht nur aus Freude, auch Ängste und Sorgen gebe es. Aber in Europa lebe man auf "sicherem Boden".

Die Referentin mahnte, nicht alles als selbstverständlich anzusehen und ging mit einem kontroversen Gedicht auf alltägliche Dinge des Lebens ein. Sich zu freuen, weil man Steuern bezahlen darf, denn das bedeute, man ist nicht arbeitslos, beispielsweise. "Holen Sie die Dankbarkeit in Ihren Alltag, denn dann sind Sie im Augenblick". Dank drücke Wertschätzung aus und entwickle ein Band zwischen den Menschen.

Es liege an jedem selbst, was er wahrnehme, an der Richtung der Aufmerksamkeit. Wichtiger als materieller Besitz sei die Beziehung zu Menschen. Praktische Hilfen für den Alltag gab die Referentin, um diese Aufmerksamkeit zu erhöhen, etwa mit dem Aufschreiben schöner Momente oder den "wandernden Knöpfen", die am Abend schöne Augenblicke nochmals in Erinnerung rufen.

Anhand des täglichen "Zeitkontos" - jeder Mensch hat täglich 86 400 Sekunden zur Verfügung - erdeutlichte Karban-Völkl, dass man Zeit nicht aufheben könne, nicht sparen und dass nur jeder Mensch seine eigene Zeit verwenden könne. Sie riet dazu, diese nicht zu verschwenden und sich selbst auch etwas zu gönnen, seine eigenen kleinen Erfolge zu genießen, wie es schon in der Bibel heiße: "... und siehe, es war gut".

Gesunder Egoismus

Dazu gehöre auch ein gesunder Egoismus, denn wer sich selbst nicht auflade, könne nicht mehr für andere da sein. "Gönnen Sie das aber auch den anderen", forderte sie. Die ständig lächelnde Referentin sagte von sich, dass sie stets mit guter Laune durch den Tag gehe. "Das haben wir selbst in der Hand."

Man müsse dazu positiv denken. Gute Laune springe über, gute Laune könne man lernen. "Erzählen Sie keine schlechten Nachrichten weiter", so Karban-Völkl. "Sprechen Sie über das Gute".

Hinter allem steht Gott

Die Kunst des Augenblicks sei zudem im Glauben festgelegt, denn das Leben habe Sinn, der Mensch eine Aufgabe. Es stecke mehr dahinter als reine Genetik: Gott stehe hinter allem, gehe mit. Der Mensch ist für vieles und viele verantwortlich, aber Gott stehe ihm bei, er begleite die Menschen, sagte Kathrin Karban-Völkl. In diesem Vertrauen könnten die Menschen durchs Leben gehen, wie Jesus, der unterwegs in Begegnungen mit den Menschen gewesen sei. Ihre Gedanken hat die Referentin bereits in Büchern festgehalten.

Mit einer aufwendig dekorierten Kerze dankte Christa Köllner der Referentin für ihren aufwühlenden Vortrag, aus dem die Zuhörerinnen viele Impulse mitnehmen könnten.
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