Von Gott geschenkte Zeit nutzen

Pfarrer Sven Grillmeier (links) riet beim Frauenfrühstück des Katholischen Frauenbunds Poppenreuth: "Machen Sie mit sich selbst einmal einen Termin aus. Tragen Sie ihn in den Kalender ein und halten Sie ihn ein." Bild: lpp

Bewusster leben, Hektik ausbremsen und sich nicht zu sehr verplanen lassen. Dies ist das Jahresleitmotiv des Katholischen Frauenbunds Poppenreuth. Die Ziele griff auch Pfarrer Sven Grillmeier beim Frauenfrühstück auf.

"Meine Zeit steht in Gottes Händen" hatte Pfarrer Sven Grillmeier seinen Vortrag im Gasthaus Schultes in Poppenreuth überschrieben. Eingeladen hatte der Katholische Frauenbund Poppenreuth. Und der Referent stellte das Thema gleich einmal auf den Prüfstand, indem er zu spät kam. "Schnell noch ein Anruf, schnell noch eine Liste fertigmachen, schnell fahren, Verkehrsstockungen...." So sollte es nicht sein. Falsche Planung sah Sven Grillmeier als Hintergrund für den vielgebrauchten Satz "Ich habe keine Zeit". Jeder Mensch habe 24 Stunden täglich, "die ihm von Gott geschenkt werden". Das Buch Kohelet gebe eine sehr schöne Zusammenfassung, wofür es Zeit gebe, so Grillmeier. Die Zuhörer forderte er auf, die von Gott geschenkte Zeit anzunehmen und sich Freiräume zu schaffen. "Machen Sie mit sich selbst einmal einen Termin aus. Tragen Sie ihn in den Kalender ein und halten Sie ihn ein", empfahl der Seelsorger. So wie man Arzt- und Gottesdienstbesuche einhalte, solle man sich Zeit für sich selbst freihalten. Oft werde man fremdbestimmt, durch Beruf, die Tätigkeiten in der Landwirtschaft, wenn man schulpflichtige Kinder habe....

Grillmeier riet dazu, Oasen der geschenkten Zeit zu nutzen. Dazu gehöre unter anderem ein Spaziergang, das Lesen eines Buches. "Vermeiden Sie Freizeitstress", riet der Geistliche. Man müsse nicht jeden Weihnachtsmarkt, jeden Sportkurs oder jede Veranstaltung besucht haben.

Kurze Auszeiten

"Sehen Sie mit freudigem, fröhlichem Herzen die geschenkte Zeit." Er rief auf, die im Kirchenjahr "geprägten Zeiten" wie die Fastenzeit und den Advent sowie die täglichen Gebetszeiten, die durch den Klang der Glocken verkündet werden, gezielt zu nutzen. Das sind kurze Auszeiten, in denen man innehalten könne, über den Tag, sein Leben nachdenken könne. Und diese Zeit sei nicht vergeudet.

Eine kurze Besinnung am Abend, den Tag in Gottes Hände zurückzulegen und einen neuen zu erbitten, schaffe freie Zeit. "Ziehen Sie rechtzeitig die Bremse", mahnte Pfarrer Sven Grillmeier. Mit dem Spruch "Geh weiter, Zeit bleib stehn" wünschte er allen Besuchern des Frauenfrühstücks, "einmal stehen zu bleiben, damit die Seele nachkommen kann", denn diese müsse das Geschehene erst einmal verarbeiten. "Körper und Seele müssen immer wieder zusammenkommen", dann habe man viel gewonnen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Poppenreuth (465)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.