Von Sturm und Käfer verschont

Geschäftsführer Walter Ehlich (stehend) erläuterte den Waldbauern die Entwicklung auf den Holzmarkt. Bild: ak

Die Geschäfte liefen gut für die Waldbesitzer. Dank des milden Winter begannen sie bereits im Januar mit dem Holzeinschlag. Und das Wetter spielte ihnen auch in Sachen Borkenkäfer in die Karten.

Trotz extremer Hitze und wochenlanger Trockenheit habe rechtzeitiger Regen die befürchtete Vermehrung des Schädlings verhindert, berichtete Walter Ehlich in der Gebietsversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FGB) Kemnath. Aufgeweichte Waldwege hätten allerdings längere Zeit die Holzernte behindert, erklärte der Geschäftsführer den Waldbesitzern der Bereiche Brand, Ebnath, Immenreuth und Kulmain. Sie hatte Vorsitzender Josef Hösl im Gasthaus Scherm begrüßt. Nennenswerte Schadholzmengen durch Sturm und Käfer fielen nicht an. "Wir konnten alle Sortimente problemlos zu guten Konditionen über die Waldbesitzer-Dienstleistungs-GmbH Hochfranken verkaufen." Die Sägewerke hätten hauptsächlich Frischholz aufgenommen. Sie bedienten sich vor allem aus den Holzbeständen Osteuropas.

Geringerer Holzeinschlag

Den Verkauf auf dem Holzmarkt bezeichnete der Geschäftführer als ruhig, die Nachfrage anhaltend stark. Probleme haben die Sägewerke, Platten- und Pellethersteller mit der Restholzverwertung, da wegen des milden Winters die Lager noch voll sind. Damit sei ein Verfall der Preise für Sägewerknebenprodukte einhergegangen. Dies führte zu Preisdruck auf manche Rundholzsortimente.

Die FBG stehe derzeit in Verhandlungen mit vielen Sägewerken. Ehlich erwartet aufgrund der guten Erntesituation in der Landwirtschaft eine Verringerung des Holzeinschlages in diesem Winter. Um die Nachfrage ist ihm aber nicht bange, da der Absatzmarkt gut laufe und der Nachschub bei Windwurfhölzern aus Osteuropa nachlasse.

Kiefer gesucht

Angelaufen seien die Verhandlungen für Papierholz. Noch im Herbst stünden Holzsubmissionen an. Gesucht werden hochwertige, astfreie Erdstämme von Fichte, Kiefer oder Lärche. Starke und hochwertige Laubholzstämme müssten spätestens in der ersten Dezemberwoche nach Strullendorf gefahren werden, wo Anfang Januar die Submission stattfindet. Gefragt seien dunkle Holzarten wie Erle, Eiche, Ulme, verkernte Esche und Obstbaumarten.

"Bisher sind wir beim Buchdrucker-Befall glimpflich davon gekommen. Aber es gibt keine Entwarnung. Wiegen wir uns nicht in Sicherheit", mahnte Ehlich. Er riet, den Schlagabraum im Wald zu belassen, um den Nährstoffspeicher aufzufüllen. Ast-, Laub- und Nadelwerk sei zudem keine Nahrungs- und Populationsgrundlage für den Käfer. Der Buchdrucker brauche saftfrisches Holz.
Weitere Beiträge zu den Themen: Ölbrunn (60)November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.