Vor erstem Ausflug beringt

Gut getarnt liegen die kleinen Fischadler im Horst, lassen sich von den Eltern füttern und wachsen bis zum ersten Ausflug schnell heran. Bei der Beringung fanden die Experten auch ein nicht ausgebrütetes Ei. Bild: hfz

Die Fischadler im Kohlberger Wald haben zwei gesunde Jungvögel im Horst. Davon überzeugte sich Revierleiter Erwin Fischer vom Forstbetrieb Schnaittenbach.

Die beiden gesunden und kräftigen Jungadler wurden beringt. Dabei fand der Ornithologe Dr. Daniel Schmidt im Nest ein weiteres, allerdings nicht bebrütetes Ei.

Die Aktion erfolgte in enger Abstimmung mit der Höheren und Unteren Naturschutzbehörde sowie den Bayerischen Staatsforsten. Für die Beringung erstieg Schmidt den Horstbaum, vermaß und untersuchte die Jungtiere. Dabei galt es, den Stress für Altvögel und Nachwuchs möglichst gering zu halten.

Das Fischadlerprojekt in Kohlberg läuft seit 2004. Im Umkreis des Horsts werden ab der Rückkehr der Altadler aus Afrika alle Arbeiten eingestellt, damit die Vögel ungestört balzen und brüten können. Durch intensive Beobachtungen des Geschehens im Nest erkennen die Experten rechtzeitig, wann die Jungen schlüpfen. So lässt sich der Termin für die Beringung festlegen. Förster Fischer weiß von regelmäßigen Bruterfolgen an dieser Stelle seit 2010.

Erst im September ziehen die Adler über Spanien bis nach Westafrika. Dort verbringen sie den Winter, bevor sie gegen Ostern wieder in ihr angestammtes Nest zurückkehren. Nach Auskunft der Fachleute kommen die Fischadler im süddeutschen Raum nur in der Oberpfalz vor. "Momentan sind es etwa zehn Brutpaare, die für den Erhalt und die Ausbreitung der Population enorm wichtig sind", sagte Förster.
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