Vorerst gestorben

Großes hatte die Stadt mit dem Dietl-Anwesen vor. Doch steigende Kosten für die Baumaßnahme sorgen nun für ein abruptes Ende der Pläne. Bild: stg

Es war der absolute Hammer der Haushaltberatungen im Stadtrat: Die seit einigen Jahren ge- und beplante Weiterentwicklung des Dietl-Anwesens am Stadtplatz zum sogenannten "Bürgerhaus" wird unverzüglich gestoppt.

Kemnath. (stg) Mit aktuell geschätzten Investitionskosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro hat sich das Projekt zum "Geldgrab" entwickelt. Die Information des Abends hatte Bürgermeister Werner Nickl am Montag in seine Ausführungen zum Haushalt 2015 verpackt.

Er berichtete, dass in den vergangenen Wochen - nachdem die Baugenehmigung erteilt worden war - weitere Untersuchungen bezüglich Schadstoffen, Bodengründungen und Methodik der Beseitigung der Altlasten vorgenommen worden seien. Eine Besprechung mit den Verantwortlichen in der Vorwoche habe das Ergebnis gebracht, dass sich diese Baumaßnahme nochmals um 200 000 Euro verteuern würde.

Ursprünglich sei es eine Investition von 1,2 Millionen Euro gewesen, die mittlerweile um 500 000 Euro angestiegen sei. Der Rathauschef erläuterte, dass nun die Gründung des künftigen Bürgerhauses mit etwa 50 Stück Stahlbetonpfeilern bis zu einer Tiefe von acht Metern zu bewerkstelligen sei. "Es entsteht ein Betonblock für 500 000 Euro, und das nur, damit ich an dieser Stelle ein Haus darauf bauen kann", sagte Nickl.

Die denkmalpflegerischen Anforderungen, Aufrechterhaltung der Raumkante oder das Gebäude als Bestandteil der ehemaligen Stadtmauer, seien durchaus nachvollziehbar, allerdings nicht um jeden Preis. "Die Summe rechtfertigt die Neuerrichtung des Gebäudes an dieser Stelle in keinem Fall", betonte Nickl. Auch keine 50-prozentige Förderung. Ziel müsse nun sein, das Gebäude ersatzlos abbrechen zu können und die Fläche einer Grüngestaltung zuzuführen.

"Bürgerhaus" weiter Thema

Der Bürgermeister räumte aber auch ein, dass ein Abbruch noch nicht gesichert sei, da die Stellungnahme des Denkmalamtes noch ausstehe. Das Thema "Bürgerhaus" werde damit aber nicht aufgegeben, genauso wenig die Suche nach einem neuen Zuhause für das Familienzentrum "Mittendrin" und eine Anlaufstelle für die Bürger. Eine von mehreren Optionen könnte das Kommunbrauhaus sein.

Im Stadtrat herrschte bei allen Fraktionssprechern große Einigkeit darin, das Projekt Dietl-Anwesen aufgrund der vorliegenden Zahlen nicht weiter zu verfolgen. Christian Baumann (FW) gab auch den Planern eine gewisse Mitschuld an der Situation, da man ein stückweit im Unklaren gelassen worden sei, wie sich mögliche Kosten entwickeln könnten.
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