Vorerst nur ein Zuschuss

Das katholische Pfarrheim wird demnächst abgerissen. Abbruch und Neubau kosten rund 1,3 Millionen Euro. Die Stadt gibt vorerst einen Zuschuss von etwas über 38 000 Euro. Bild: ck

Das katholische Pfarramt Vohenstrauß baut ein neues Pfarrheim. In einem Antrag bat Dekan Alexander Hösl die Stadt um einen dreiprozentigen Zuschuss für Abbruch und Neubau. Die Räte signalisierten ihre Zustimmung. Eine Extra- Förderung für die Inneneinrichtung sorgt aber für Diskussionsstoff.

Vohenstrauß. (ck) In seinem Antrag listet der Dekan die Kosten genau auf: Der Abbruch des alten Pfarrheims wird demnach mit 99 750 Euro zu Buche schlagen. Der Neubau kostet 1 244 000 Euro. An Gesamtkosten rechnet das Pfarramt also mit 1 343 750 Euro. Die Stadtverwaltung zog für ihre Berechnungen dann die Anteile für die Ausstattung des neuen Pfarrheims in Höhe von 71 400 Euro wieder ab, weil es seit 1991 einen Grundsatzbeschluss gibt, nachdem diese Kosten nicht mehr bezuschusst werden. Die förderfähigen Kosten belaufen sich demnach auf 1 272 350 Euro. Kämmerer Rainer Dötsch bezifferte den Zuschuss (inklusive Abbruch) auf 38 170,50 Euro.

Stadtpfarrer als Zuhörer

Dekan Hösl, der zusammen mit Kirchenpfleger Günter Hassmann als Zuhörer die Sitzung verfolgte, führte in seinem Antrag aus, dass das Pfarr- und Jugendheim nicht nur für kirchliche Zwecke genutzt, sondern auch immer wieder von örtlichen Vereinen und Gruppen belegt wurde, und auch im Neubau soll dies weiter so praktiziert werden. Insoweit wäre es wünschenswert, wenn die Stadt auch einen Teil der Innenausstattung fördern könnte. Konkret wäre da an den Saal gedacht oder an das Untergeschoss, da in diesem Bereich die Jugend- und Chorräume untergebracht werden. Der Zuschuss hierfür betrage 2142 Euro.

Stadträtin Martha Bauer, die auch Mitglied der Kirchenverwaltung ist, trug dieses Anliegen als Sprecherin der Pfarrei im Stadtrat vor. Für eine lebendige Pfarrei brauche man eine entsprechende Ausstattung. Unter anderem würden Blasmusik, Seniorengruppen, VdK oder Turnverein unentgeltlich die Räume des Pfarrheims nutzen. Den vielen Ehrenamtlichen würde man durch diesen Zuschuss eine Anerkennung zukommen lassen. Dr. Heinrich Gref wollte den Zuschuss für die Einrichtung komplett ausklammern. Es gebe schließlich einen Grundsatzbeschluss. "Den müssten wir ja erst mal außer Kraft setzen. Und ich denke, der hat immer Sinn gemacht."

Zusatzantrag streichen

Wenn man für einen kirchlichen Antragsteller eine Ausnahme mache, würden auch andere diesen Obolus für sich in Anspruch nehmen. Außerdem, so Gref, bezahle zum Beispiel der VdK bislang sehr wohl dafür, wenn er die Räumlichkeiten des Pfarrheims nutze. Dagegen sei auch nichts einzuwenden, die Stadt zahle hierfür freiwillige Leistungen direkt an die Vereine. Martin Gleixner forderte, den Zusatzantrag vorerst zu streichen und nur über den Baukostenzuschuss abzustimmen. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer erklärte, dass die Stadt derzeit wirtschaftlich gut dastehe. In diesen Zeiten könne man solche Zugeständnisse machen. Auch Alfons Raab und Uli Münchmeier waren dieser Meinung. Letzterer könne sich sogar vorstellen, den Grundsatzbeschluss aufzuheben und künftig bei allen Anträgen die Ausstattung mit einzubeziehen. Dies forderte auch Heinrich Rewitzer. Wenn man der Kirche diesen Zuschuss gewähre, müsse man das auch mit allen weiteren Antragstellern so praktizieren.

Der Stadtrat stimmte geschlossen dafür, zunächst nur Abbruch und Neubau zu bezuschussen. Dekan Hösl solle dann einen erneuten Antrag für die Inneneinrichtung stellen.
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