Vorschläge statt Vorwürfe
Reaktion

Mitterteich. (lnz) Nicht unwidersprochen stehen lassen will Bürgermeister Roland Grillmeier einige Aussagen im Leserbrief von Johann Kraus zum Thema Frühschwimmer (NT-Ausgabe vom 8. Juli). "Fast jeden Tag ist derzeit leider auch in der Region ein Badeunfall zu beklagen und immer wieder taucht die Frage nach der Badeaufsicht auf", betont Grillmeier. "Die Bademeister erklären mir seit Jahren, dass sie die Verantwortung für das Frühschwimmen ohne Aufsicht nicht übernehmen können - und ich habe so wie meine beiden Vorgänger ,näher am Menschen' auch zwölf Jahre lang diese Verantwortung übernommen."

Auf Bitten der Versicherung seien 2006 persönliche Erklärungen der Frühschwimmer zum Haftungsausschluss eingeholt worden. Dabei habe es sich um persönliche vertragliche Vereinbarungen zwischen jedem einzelnen Schwimmer und der Stadt gehandelt, so Grillmeier. Diese Regelung zum Frühschwimmen an bis zu 120 Tagen sei nicht zu vergleichen mit der Verlängerung der Badezeit an besonders heißen Tagen, was nur etwa zehnmal im Jahr vorkomme und im allgemeinen Interesse liege.

"Als uns nun die Versicherung erklärt hat, dass sie künftig keine Haftung mehr übernehmen wird, da wir eine Regelung hatten, die es laut Versicherungskammer in keinem anderen öffentlichen Freibad in Bayern gibt, habe ich den Stadtrat um persönliche Haftungsfreistellung gebeten", erklärt der Bürgermeister. "Der Stadtrat hat einstimmig entschieden, dass diese Verantwortung nicht auf Kosten der Allgemeinheit, also jedes einzelnen Steuerzahlers, getragen werden kann." Grillmeier erinnert daran, dass das Frühschwimmen auch während seiner Amtszeit zwölf Jahre lang möglich gewesen sei, "so wie unter meinen beiden Vorgängern auch". "Wenn mir jetzt persönliche Vorwürfe gemacht werden von Leuten, die 20 oder 30 Jahre lang in den Genuss des Frühschwimmens gekommen sind, halte ich das für unfair und nicht angebracht."

Zur Kritik, dass Bademeister in Mitterteich während der Freibadsaison Urlaub nehmen können, gibt Grillmeier zu bedenken, dass die vier Fachkräfte auch die Eishalle und das Hallenbad zu betreuen hätten. "Das kann nicht mit der Zeit verglichen werden, als die Stadt nur das Freibad und einen Bademeister hatte."

Wenn wirklich so großes Interesse bestehe, das Frühschwimmen fortzusetzen, dann sollte man auf Vorschläge statt auf Vorwürfe setzen, so Grillmeier an die Adresse der Kritiker. "Wie bisher wird es mit Sicherheit nicht mehr gehen, weil in einer Zeit der erhöhten sicherheitsrechtlichen Anforderungen keiner die Verantwortung übernehmen kann - bei jedem Unfall können Polizei und Staatsanwaltschaft vor der Tür stehen und dann kommt die Frage nach dem Warum."

Roland Grillmeier verweist zum wiederholten Mal auf die Möglichkeit zur Vereinsgründung durch die Frühschwimmer. Die Mitglieder könnten dann die Badeaufsicht mit ausgebildetem Rettungsschwimmer selbst auf die Beine stellen. "Über eine derartige Lösung sollte man nachdenken. Ich habe diesen Vorschlag in die Diskussion eingebracht, jetzt liegt es an den Frühschwimmern, das zu organisieren."
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