Vortrag des Aussteigers Felix Benneckenstein am Gymnasium Eschenbach
"Ich war halt mal ein Neonazi"

"So blöd es klingt, ich war halt mal ein Neonazi." Mit diesen Worten beginnt Felix Benneckenstein den Vortrag am Gymnasium über seine Zeit in der rechtsextremen Szene. Aufmerksam hörten die Schüler der 10. Klassen dem Aussteiger zu, als er erzählte, dass alles in ihrem Alter angefangen habe.

Zuerst schien es noch harmlos, dass sich in seinem Freundeskreis vermehrt Musik mit rechten Tendenzen verbreitete. Dabei sei es jedoch nicht geblieben. Felix begann, sich mit der rechten Ideologie zu befassen. Ein Schritt, den er heute als fatalen Fehler betrachtet. Er erklärte, "dass Nazis nicht sagen, dass sie das Land destabilisieren, dann die nationale Herrschaft ergreifen und schließlich um die Grenzen von 1939 kämpfen wollen." Ganz im Gegenteil: Sie würden von Frieden reden und von der Ungerechtigkeit, mit der sie behandelt werden. Allmählich sei sein Hass auf den Staat und auf Ausländer gewachsen. Benneckenstein probierte sich als Liedermacher und erlangte unter dem Namen "Flex" Ansehen bei den "Kameraden".

Bei dem Versuch, eine "Jugendgruppe" der NPD aufzubauen, lernte er seine Freundin kennen, die ihm bei seinem Ausstieg eine große Hilfe war. 2007 beginnt Benneckenstein das erste Mal an der Nazi-Ideologie zu zweifeln. Verstärkt wurden diese Zweifel durch einen Gefängnisaufenthalt, bei dem er in Kontakt mit Abschiebehäftlingen kam.

Das erste Mal habe er seinen rechten Hintergrund geleugnet und wollte aussteigen. Durch den späten Erfolg seines Albums rutschte er erneut in die Szene. Erst durch eine Aussage gegen einen führenden Neonazi versperrte er sich 2010 im Alter von 24 Jahren alle Wege zurück in die "Szene". Er gründete die "Aussteigerhilfe Bayern" und setzt sich gegen Rechtsextremismus ein.
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