Wahl eines neuen Abteilungsleiters scheitert - Markus Glück bis 17. April kommissarisch - ...
Sorgenfalten bei den SpVgg-Fußballern

SpVgg-Vorsitzender Günther Michl (links) und zweite Vorsitzende Angela Schikora dankten Georg Ettl mit einer Ehrenurkunde. Bild: hbr
Als am Freitagabend die Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung gegen 23 Uhr ihr Ende fand, gab es überwiegend nachdenkliche, wenn nicht gar besorgte Gesichter im SpVgg-Vereinsheim. Kurz zuvor brach der Hauptvereinsvorsitzende Günther Michl die Neuwahl der beiden Spartenleiter ergebnislos ab.

Doch zurück an den Anfang der Versammlung, zu der sich auffälligerweise neben den amtierenden Funktionären fast nur Jugendfußballer und die ganz jungen Kicker der "Ersten" und Reserve eingefunden hatten. Abteilungsleiter Georg Ettl verurteilte zu Beginn seines Rechenschaftsberichtes die mutwillige Zerstörung der im vergangenen Jahr neu angeschafften Netze für Kleinfeldtore, die nach Abschluss der Vorrunde im November durch Unbekannte angezündet und unbrauchbar gemacht wurden.

Eine Überraschung

Im vergangenen Jahr wurde die Beregnungsanlage für den Hauptplatz installiert und das defekte Ballfangnetz ersetzt. Sportlich war man mit der Saison 2013/2014 mehr als zufrieden, da die erste Mannschaft eine furiose Rückrunde hinlegte und sich von einem Abstiegsplatz auf den fünften Rang vorspielte. Auch die Reserve beendete die Spielzeit mit einem Spitzenplatz. Fast eine Duplizität der Ereignisse ist diese Saison, denn die erste Mannschaft befindet sich derzeit wieder in akuter Abstiegsgefahr und muss in den verbleibenden Spielen ihre Kreisklassentauglichkeit zeigen. Besser läuft es bei der "Zweiten", die auf einem guten fünften Platz überwinterte.

Anschließend wartete Ettl mit einer Überraschung auf, als er mitteilte, dass für die Saison 2015/16 eine Spielgemeinschaft (SG) bei der U19- und U17-Jugend mit dem TSV Nittenau angedacht sei. Ein Grundpapier für einen Kooperationsvertrag wurde bereits erarbeitet und bedürfe nun der Ausgestaltung beider Vereine. Warum eine SG mit dem TSV Nittenau notwendig ist, zeigte er anhand der geburtenschwachen Jahrgänge auf, die diesen Schritt aus sportlicher Sicht dringend erforderlich machen würden. Mit einer SG Nittenau/Bruck gebe man guten Spielern eine Perspektive, sich spielerisch zu verbessern und so die Chance ermögliche, auch mit dem Heimatverein später höherklassig zu spielen.

"Kein Wunschkonzert"

Abschließend fand Ettl in seinem Rückblick auf seine vierjährige Amtszeit auch kritische Worte, in denen er sich "bei der einen oder anderen Entscheidung mehr Beinfreiheit gewünscht hätte". Das Leben sei kein Wunschkonzert, so der scheidende Abteilungsleiter, aber die Loyalität sei für den ein oder anderen ein Fremdwort gewesen. Wichtig sei ihm, dass er sein Bestreben, keine Schulden zu machen und dabei den sportlichen Erfolg zu gewährleisten, umsetzen konnte.

Bürgermeister Hans Frankl freute sich, dass das Vereinsheim mit überwiegend jungen Leuten besetzt sei. Dies zeige, dass sich die jungen Sportler mit der Sparte identifizieren würden. Georg Ettl dankte er für seine engagierte Arbeit. SpVgg-Vorsitzender Günther Michl befürwortete in seinem Grußwort das Ansinnen der Gründung einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Nittenau. So sei eine gute Jugendarbeit gewährleistet, und engagierte Trainer würden für gute Nachwuchsarbeit sorgen, die schließlich den jeweiligen Seniorenmannschaften zugutekäme.

Die Ehrenurkunde

Abschließend charakterisierte Michl den scheidenden Spartenleiter und bezeichnete ihn als "Mann mit Ecken und Kanten, dessen Ziel es nie war, es allen Recht zu machen". Als Anerkennung für seine geleisteten Dienste als Jugendleiter und seine vierjährige Tätigkeit als Abteilungsleiter überreichte er ihm die Ehrenurkunde der Spielvereinigung Bruck. Jugendleiter Andreas Spindler berichtete von den sieben Teams der Abteilung, sechs davon sind im Spielbetrieb. Stolz zeigte er sich über die C-Junioren, die die Endrunde im "Baupokal" erreichten und sich am 1. Mai mit drei Bezirksoberligavereinen messen dürfen. Für die U15-Mannschaft, die den Meistertitel in ihrer Gruppe holte, gab es viel Beifall, als sie ihrer Gönnerin Inge Gleixner für das Spendieren der Team-Pullover mit einem großen Blumenstrauß dankten.

Die "Brandrede"

Die folgende Neuwahl des Vorstands brachte keinen Nachfolger in der Spartenleitung. Um einem etwaigen späteren Bewerber eine Perspektive zu bieten, wurden jedoch die restlichen Posten trotzdem gewählt. So bleibt Markus Glück Kassier der Abteilung und Konrad Lippert Schriftführer. Die Führung der Jugendlichen hat weiterhin Andreas Spindler. Bei den Beisitzern vollzog sich ein Generationswechsel. So komplettieren Dominik Weinfurtner, Manuel Lindner, Günther Adolphi junior, Enno Reber und David Duscher den vorläufigen Vorstand. Die Kasse wird von Willi Stöckl und Benno Reber geprüft.

Der von Günther Michl als kommissarischer Abteilungsleiter eingesetzte Markus Glück zeigte den Anwesenden in einer "Brandrede" das "Horrorszenario" einer Auflösung der Sparte auf. Am 17. April wird man sich erneut im Sportheim treffen, um einen zweiten Anlauf zu nehmen. Scheitert diese Neuwahl abermals, kommt es wiederum vier Wochen später zum letzten Treff, um einen Nachfolger für Georg Ettl zu finden. Bleibt man dann an diesem Termin nochmals erfolglos, wird Günther Michl die Auflösung der Fußballabteilung einleiten.
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