Waidhaus/Weiden.
Schalker Hooligans klopfen Richter weich

(ca) Verständnis für Schalke-Fans? Das hätte man in der Region allenfalls vom Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß erwartet, der treuer Königsblauer ist. Unverhofft kommt oft: Drei eingefleischte Schalker Fans aus Gelsenkirchen haben es dem Weidener Haftrichter Hubert Windisch zu verdanken, dass sie am vergangenen Donnerstag dann doch noch das Europa-League-Spiel Schalke gegen Sparta Prag ansehen konnten. Zumindest im Fernsehen.

Die drei Hooligans zwischen 19 und 26 Jahren saßen in den beiden Reisebussen, die am Nachmittag, 5. November, von der Bundespolizei bei Waidhaus kontrolliert wurden. Die Fanbusse waren auf dem Weg zum Spiel nach Prag. Problem nur: Von den 91 Reisenden waren in der Vergangenheit schon 41 bei Fußballspielen als Gewalttäter in Erscheinung getreten, berichtet Polizeisprecher Franz Völkl. Gegen drei Anhänger lag ein Ausreiseverbot vor. Sie mussten aussteigen. Als die Bundespolizisten bemerkten, dass das Trio kurzerhand in den Pkw eines anderen Fans umstieg, um wieder Kurs auf Prag zu nehmen, zogen sie die Drei endgültig aus dem Verkehr.

Die Bundespolizei nahm die Schalker in "Unterbindungsgewahrsam". Dazu mussten sie vor Richter Windisch antreten. Zunächst war geplant, die Hooligans bis Spielende festzusetzen. Nach längerer Diskussion ließ sich der Richter erweichen. Er entschied, dass die drei jungen Männer, darunter zwei Studenten, von 15 bis 21 Uhr in der Zelle der Bupo sitzen mussten. Um 21 Uhr, rechtzeitig zum Anstoß, aber zu spät für Prag, durften sie in eine Waidhauser Sky-Sportsbar wechseln. Das "Flamingo" liegt nur 300 Meter von der Inspektion entfernt in der Hauptstraße. Die Königsblauen sollen sich dort anständig benommen haben. Ihre Kumpels in Prag setzten derweilen das Sparta-Stadion unter Bengalo-Feuer. Am Ende reichte es für Schalke zu einem 1:1.

Dortmunder zahlen

Abend gerettet. Nicht für jeden. Dortmunder Feriengäste waren nämlich ebenfalls im "Flamingo". Als die königsblaue Hardliner-Truppe aufkreuzte, zahlten sie vorsichtshalber die Zeche und verließen das Lokal. Sie staunten nicht schlecht. So weit gereist - und dann doch vom Erzfeind aus dem Revier eingeholt.
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