Wald zum Erlebnis machen

Eine Exkursion in die Waldnaabaue unternahm der "Runde Tisch Naturschutz" des Forstbetriebs Waldsassen. Dazu gehörten (von links) Walter Dunkel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Fledermausexperte Rudi Leitl, Revierleiter Wolfgang Pröls, Ursula Schimmel vom Bund Naturschutz, Revierleiter Matthias Gibhardt, Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider und sein Stellvertreter Daniel Zippert, Erwin Möhrlein vom Landesbund für Vogelschutz, Andreas Ebert von den Bayerischen Staatsforsten sowie Dr. Andre

Moderne Forstwirtschaft ist mehr als nur das Fällen und Vermarkten von Bäumen. Nachhaltiger Waldbau schließt auch den Naturschutz mit ein. Und das darf durchaus etwas kosten.

Gut 255 000 Euro hat der Forstbetrieb Waldsassen allein im vergangenen Jahr in diesen Bereich investiert. Heuer kommen weitere 200 000 Euro dazu. "Naturschutz und Forstbetrieb müssen sich ergänzen", sagte Forstdirektor Gerhard Schneider beim "Runden Tisch" mit Naturschutzexperten verschiedener Fachrichtungen.

Dass dabei Monitoring, also die Kontrolle der durchgeführten Maßnahmen, unverzichtbar ist, machte der Forstbetriebsleiter gleich anfangs des Treffens in den Waldnaabauen deutlich. Schneider erwartete sich Unterstützung von den Gesprächsteilnehmern, allesamt Kenner der Naturschutzmaterie. Wie der Forstmann im Gespräch mit dem "Neuen Tag" betonte, ist der "Runde Tisch Naturschutz" mittlerweile eine feste Einrichtung geworden.

Im vergangenen Jahr wurden 16 größere Einzelmaßnahmen durchgeführt. Leuchtturmprojekt war die Umsetzung der Sanierung des Waldhauses im Steinwald. Dort wurde ein neuer Infotainment-Raum eingerichtet, der die Besucher ansprechend informiert und ein wahres Erlebnis für groß und klein bietet. Heuer sollen 9 Naturschutz- und 2 Erholungsprojekte umgesetzt werden. Schneider erwähnte besonders die Sanierung des Walderlebnispfades Waldsassen und die Errichtung eines Waldbesinnungspfades bei Konnersreuth. Neben diesen beiden größeren Projekten werden ständig durch Forstarbeiten Schutzleistungen erbracht, wie Erhalt von Horst- und Biotopbäumen. Weiter findet eine dauernde Pflege der zahlreichen Rad- und Wanderwege auf der gesamten Fläche des Forstbetriebs Waldsassen statt. Schneider nannte es erfreulich, dass viele Großvögel in der Region wieder heimisch geworden sind. Bei dem aktuellen Treffen wurden Projekte angeschaut, die bereits umgesetzt sind. Hier ging es in erster Linie um die Pflege und um die Verteilung der anfallenden Kosten.

Die erste Station führte die Teilnehmer an den "Moosteich" bei Kleinsterz. Schneider freute sich über eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, die sich hier wieder angesiedelt haben. Das dortige Moor wurde bereits vor rund zwölf Jahren renaturiert und erstrahlt jetzt in voller Blüte. Nächste Station war der "Otterteich", der ebenfalls zum Gebiet der Waldnaabaue gehört. Die Experten waren sich einig, dass die Gelder gut angelegt sind.
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