Waldfest der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hersbruck bei Gerhardsberg
Den Nagel auf den Kopf

Die Hanglage der Lichtung zwischen Gerhardsberg und Schmidtstadt bietet neben schattenspendenden Bäumen an ihren Rändern eine optimale Sicht zu den Referenten. Auch heuer, an einem hochsommerlich heißen Nachmittag, fanden sich viele Zuhörer beim Waldfest der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hersbruck ein. Der Posaunenchor Kirchenreinbach, unter Leitung von Claudia Vogel, stimmte die Besucher musikalisch ein und begleitete die gemeinsamen Lieder.

Bereits seit 1905

Gertraud Müller und Andreas Mark stellten zur Eröffnung dieses Gottesdienstes im Grünen fest, dass regelmäßige Gemeinschaftstreffen in Gerhardsberg bereits seit 1905 dokumentiert seien. Für die Kirchengemeinde Kirchenreinbach überbrachte Reinhard Ertel Grüße von Pfarrer Markus Vedder und hieß gleichzeitig Pfarrer Konrad Schornbaum aus Eschenfelden im Publikum willkommen. Gebete, geistliche Lieder und Beiträge des gemischten Chors der Landeskirchlichen Gemeinschaft Hersbruck, unter Leitung von Werner Müller, boten den Rahmen für Prediger Walter Henkenhaf aus Hagenbüchach. Sein Thema lautete: "Ganz nah bei Gott".

Bevor er aber über die Verse 28 bis 34 im 12. Kapitel des Evangelisten Markus referierte, stellte er die Projekte der Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf vor, bei der er 37 Jahre wirkte. Dabei machte er auf das "Crossing-Team" sowie auf die Organisation von Hilfsgütern für Russland und Rumänien aufmerksam, sprach aber auch finanzielle Sorgen bei Erhaltungsaufwendungen in Puschendorf an.

Seine Predigt leitete er ein mit der Aufforderung an einige Zuhörer, Nägel in ein Holzteil einzuschlagen. "Den Nagel auf den Kopf treffen", wollte er damit veranschaulichen als Bekräftigung der Aussage aus dem Markus-Evangelium. Die Antworten Jesu auf Fragen der Sadduzäer zur Auferstehung überzeugten die Schriftgelehrten. Jesus habe also den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht die mehr als 600 Gebote und Anordnungen, deren Einhaltung im jüdischen Glauben gefordert wird, führen zu Gott, sondern die Nähe Gottes werde in Jesus Christus gefunden.

Jede Menge Verbote

Henkenhaf sah diese Erkenntnis bestätigt in einem aktuellen Interview mit einem jüdischen Gläubigen, der erkannte, dass er bei seinen religiösen Studien nur jede Menge Verbote lernen musste, statt von Gott zu hören. Leben und Wirken von Jesus zeigte ihm schließlich den Weg und ließ in ihm den Entschluss reifen, zum Christentum überzutreten.

Mit Gebeten, gemeinsamem Gesang, Worten des Dankes an die Akteure und den Segen Gottes schloss der Gottesdienst. Gelegenheit, das Gehörte zu vertiefen, bot die Familie Berta Heinl mit der Einladung zu Kaffee und Kuchen in ihrem Anwesen in Gerhardsberg.
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