Waldnaab wieder im Fluss

Bürgermeister Herbert Bauer, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, Mathias Rosenmüller, 2. Bürgermeister Bernhard Schuller und Bauleiter Michael Thoma von der Firma Grillmeier aus Wiesau bei der Öffnung der Sohlrampe bei Gumpen. Bild: hfz

Fische wandern. Aber nicht nur Lachs und Aal sind auf möglichst hindernisfreie Flussläufe angewiesen, sondern auch viele andere Lebewesen. Das weiß die Wasserwirtschaft und hilft.

"Da sieht man, wie gut die Kontakte der Wasserwirtschaft nach oben sind", hieß es an der Baustelle bei Gumpen. Wie der Himmel durch die Ausläufer des Hurrikans "Gonzalo" seine Schleusen öffnete, so ließen auch der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, Baudirektor Mathias Rosenmüller, und Bürgermeister Herbert Bauer den Damm öffnen. Während des Baus der Sohlrampe leitete der das Wasser an der Baustelle vorbei. Jetzt kann die Tirschenreuther Waldnaab wieder ungehindert ihren Lauf nehmen.

In den vergangenen vier Wochen hatte die Firma Grillmeier aus Wiesau im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes Weiden die seit über 100 Jahren vorhandene Wehranlage umgebaut. Vom Ortsausgang Tirschenreuth auf Höhe der Sägmühle bis zur Lamplmühle im Landkreis Neustadt/WN kann jetzt die Waldnaab von Fischen und anderen aquatischen Lebewesen auf einer Länge von etwa 40 Kilometer ohne Hindernis durchwandert werden.

Weil der Bereich auch im Bundesnaturschutzgebiet "Waldnaabaue" liegt, mussten bestimmte Wasserstände berücksichtigt werden. Projektleiter Hans-Jürgen Stahl erläuterte den Anwesenden, dass neben der Überwindung des knapp ein Meter großen Höhenunterschiedes zur Stützung des bestehenden Altwasserarmes auch ein "überströmbares Bauwerk" errichtet wurde. Dieser rund 35 Meter lange Damm, der bereits bei jährlichen Hochwässern regelmäßig überströmt wird, wurde dazu mit einer bisher noch äußerst selten umgesetzten Verbundbauweise geschaffen. Das Wasserwirtschaftsamt hat daher den aus Ton bestehenden Dichtungskern mit einem speziellen Gewebe umhüllt, auf der Dammkrone eine betonierte Überlaufschwelle und ein rund 45 Zentimeter dickes Deckwerk aus Wasserbausteinen errichtet.

Außerdem waren sieben quer zur Fließrichtung verlaufende Sohlstufen mit bis zu 60 Zentimeter großen Wasserbausteinen notwendig. Von Stufe zu Stufe besteht so nur noch ein Höhenunterschied von 15 Zentimeter. In die zwischen den Stufen sich ergebenden Becken von bis zu drei Meter Länge wurde Kies als Unterschlupf für Fische eingebracht. Zusätzlich dienen die Becken auch als Rast- und Ruheraum für etwas schwächere Schwimmer.

Kleinere Schwierigkeiten bereitete zu Beginn der Baumaßnahme eine bis zu einem Meter dicke Schlammschicht, die sich wegen der seit vielen Jahrzehnten erfolgten Stauhaltung abgelagert hatte. Um für die Bauwerke einen tragfähigen Unterbau zu erhalten, musste dieser vollständig entfernt und durch über 450 Tonnen Schroppen, also Steine und Felsbrocken, ersetzt werden. Über die termingerechte und vor allem unfallfreie Ausführung war auch Baudirektor Mathias Rosenmüller sehr erfreut. Die Wasserwirtschaft führe mit dieser rund 50 000 Euro teuren Maßnahme ihre bisherigen Ziele zur Schaffung von durchgängigen Gewässern fort.
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