Waldsassen.
Im Blickpunkt Jeder kann seine Eisenbahn melden

(pz) Harald Seitz thematisierte beim Erörterungstermin am Mittwoch die Elektrifizierung der Bahnlinie Wiesau-Eger. Das Vorhaben ist in der Vorschlagsliste für die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans enthalten (wir berichteten). "Das stünde schon in Konkurrenz", erklärte Baudirektor Schneider über den Bau einer mindestens zweispurigen Eisenbahnstrecke eben auf der früheren Bahnlinie. Doch weder die Bahn noch bayerische Ministerien wüssten davon; auch Bahnvertreter hätten in der Vergangenheit "mit keinem Ton" auf das Wiederaufleben dieser Linie hingewiesen. Deshalb gebe es keinen Anlass, das Verfahren zu unterbrechen.

"Für ganz realistisch halte ich diesen Vorschlag nicht", äußerte Schneider seine persönliche Meinung. Das Verfahren sei offen. Jeder könne seine Eisenbahn anmelden; der Urheber dieses Vorschlags sei nicht zu ermitteln gewesen. Horst Gesell bewertete den Eintrag in der Vorschlagsliste als Hinweis, dass das Bundesverkehrsministerium schon vor 20 Jahren die Situation erkannt habe und jetzt wieder besser erkenne.

Von allen Varianten die beste Lösung

(pz) Nicht auf sich sitzen ließ Stefan Noll den Vorwurf aus den Reihen der Bürger, wonach Alternativen nicht ausreichend geplant worden wären. Mehrere Varianten seien frühzeitig nach einer Grobanalyse ausgeschieden, etwa auch die "Rustler-Trasse" im Süden Waldsassens. Die hätte durch die Wondrebauen geführt. Am Ende seien nur drei Trassen übrig geblieben. Die nun geplante sei die beste Lösung.

Ebenfalls ein Thema war die Umsetzung des Bürgerentscheids im Jahr 2009, der ein Votum für eine weiträumige Lösung ergab. Horst Gesell erinnerte daran, dass die Baubehörde beim ersten Bürgerentscheid 1995 - er favorisierte die Bahntrassen-Variante - die Planungen in diese Richtung aufgenommen und den zweiten Bürgerentscheid ignoriert habe. An Bürgerentscheide sei zwar der Stadtrat gebunden, nicht aber überörtliche Planungsträger, sagte Noll dazu.
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