Waldwegebau: Erst Weißkalk, dann feiner Schotter
Erleichterung für die Waldbewirtschaftung

So sah es noch im Dezember aus, als die Arbeiten am Waldweg begonnen hatten und die Vorbereitungen für den Trassenaufhieb begonnen worden waren. Bild: Hartl
Wer im Dezember in diesem Abschnitt des Waldes war, staunt jetzt Bauklötze. Wo damals lediglich tiefe Furchen und eine Schneise durch die Bäume zu sehen waren, da nimmt der zu errichtende Waldweg immer mehr Gestalt an. An besagter Stelle an der AS 2 stand damals Michael Bartl, Leiter des Forstreviers Kastl im Winter, um zu erklären, wie der Waldwegebau funktioniert. Jetzt tut er das wieder. Mit einem Unterschied: In drei Wochen ungefähr dürfte dieses Projekt abgeschlossen sein.

Wurzelstöcke als Biotope

Der Wald, durch den dieser Weg führt, ist in Privatbesitz. Und für all jene, die daran Anteil haben, ist diese Trasse auch gedacht. Oder besser gesagt für deren Waldbewirtschaftung. Zum einen erreichen die Waldbauern so ihre Flächen, zum anderen können große Lastwagen das geschlagene und an zentralen Punkten gelagerte Holz abholen und wegbringen. Michael Bartl marschiert den 620 Meter langen fast fertigen Waldweg entlang. Am Ende kommt ein Wendehammer - denn schließlich müssen die großen Laster auch umkehren können. Immer mal wieder liegen links und rechts der Trasse mächtige Wurzelstöcke. Sie bleiben dort. "So entstehen dann natürliche Biotope", sagt der Experte.

An einer Stelle stoppt Michael Bartl plötzlich. Drei dicke Rohre führen unter dem Waldweg hindurch - aus gutem Grund. "Hier ist ein Riesen-Einzugsgebiet von Schneeschmelze", weiß er und erzählt davon, wie er einmal knietief auf einer Breite von fünf Metern im Wasser stand. Deshalb wurden hier die riesigen Durchlässe eingebaut. "Das Wasser ist der Tod eines jeden Weges", erklärt er. Nach der Vorbereitung, also Festlegung der Trasse, deren Rodung und Trassenaufhieb wurde feiner Weißkalk 40 Zentimeter tief eingefräst und anschließend mit einer Walze verdichtet. Bartl spricht von einer sehr tragfähigen Schicht. Zum Schluss wird noch ein feiner Schotter aufgetragen. Heutzutage werde hauptsächlich Kalk verwendet, früher sei es Sprengfels aus dem Steinbruch gewesen. "Kalk ist aber deutlich günstiger", weiß der Forst-Fachmann.

Auch wenn die Bewirtschaftung der Hauptgrund ist, warum der Waldweg angelegt wurde, Michael Bartl fällt noch ein weiteres Argument ein: Bei Waldunfällen seien Rettungskräfte wie zum Beispiel die Bergwacht schnell zur Stelle, könnten gut auf dem Weg in das Areal einfahren. "Je weniger weit ein Verunglückter über die Wurzelstöcke transportiert werden muss, desto besser ist es."

"In zwei Jahren alles grün"

Der Leiter des Forstreviers Kastl schätzt, dass der Wegebau in ungefähr einem Monat abgeschlossen ist. Links und rechts der Trasse ist noch ausgehobenes Erdmaterial zu sehen. Braun wird der Waldboden wohl nicht lange bleiben. "In zwei Jahren ist das hier wieder alles grün", so Bartls Einschätzung hinsichtlich der Zeit, in der sich die Pflanzendecke wieder bildet. Und ist der Weg erst einmal fertig, werden ihn sicherlich alsbald auch Spaziergänger nutzen.
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