Wallfahrt startet an der Grenze

Seit 1990 lockt die Fußwallfahrt zur Annakirche bei der früheren Kreisstadt Bischofteinitz (Horsovský Týn) viele Gläubige ins Nachbarland. Heuer wird am Samstag, 25. Juli, um 5 Uhr an der Anna-Kapelle in Schwarzach aufgebrochen.

Das Fest der heiligen Mutter Anna am 26. Juli prägte besonders jenseits der Grenze das christliche Leben der überwiegend deutschen Bevölkerung. Davon zeugen viele noch existierende Annakirchen und Kapellen, aber auch ehemaligen Standorte, die früher auch mit traditionellen Annafesten verbunden waren. Dazu kommt besonders die 1990 erstmals organisierte "Bayerisch-Böhmische-Mutter-Anna-Fußwallfahrt" zur früheren Kreisstadt Bischofteinitz (Horsovský Týn), vor deren Toren sich eine Annakirche befindet. Dazu wird heuer am Samstag, 25. Juli, um 5 Uhr an der Anna-Kapelle in Schwarzach aufgebrochen.

Frühstück um 4.30 Uhr

Für die örtliche Bevölkerung waren besonders die Annakirche im Nachbarort Waier (Rybnik) und das dortige legendäre "Wairinger Fest" von Bedeutung. Zur Erinnerung an die zerstörte Heimatkirche haben die Landsleute im verbliebenen bayerischen Teil von Schwarzach den Verein "Heimatgemeinde Sankt Anna Waier-Schwarzach" gegründet und eine Annakapelle errichtet.

Seit 1912 wird die Fußwallfahrt zur erstmals 1516 aus Stein erbauten Annakirche mit seinem auf einem Feld gefundenen hölzernen Gnadenbild vom Zweigverein Stadlern im Oberpfälzer Waldverein (OWV) organisiert, an der auch immer viele Pilger aus dem südlichen Landkreis teilnehmen. Die Pilger werden zuvor ab 4.30 Uhr vom Heimatverein Waier-Schwarzach mit einer Bewirtung für den etwa 26 Kilometer langen Fußmarsch gestärkt.

Empfang mit Glockenklang

Die erste Zwischenstation ist eine Gebetsrast in Waier (Rybnik) an der dort errichteten Kapelle und Stelle der abgebrochenen früheren Annakirche. Es geht dann singend und betend weiter über die Rindler Höhen (weitere Rast) und durch die Orte Schillikau (Sidlakov), Berg (Hora Svateho Vaclava), Trohatin (Drahotin) nach Ronsperg (Pobezovice), der Patenstadt der Kommunen im Schönseer Land. Dann weiter über Kleinsemlowitz (Zamelic), mit einer weiteren Rast in Metzling (Meclov) über Maschowitz (Masovice) zur Wallfahrtskirche "Sankt Anna", wo die Wallfahrer mit Glockengeläute empfangen werden.

Der Pilgergottesdienst, den im Vorjahr der Pilsner Bischof Frantisek Radkovsky zusammen mit dem Schönseer Stadtpfarrer Wolfgang Dietz und dem örtlichen Seelsorger Josef Prchal zelebrierte, beginnt gegen 12.30 Uhr.

Aus Sicherheitsgründen begleiten Fahrzeuge der Rotkreuzgemeinschaft Schönsee und der Gemeinde Stadlern die Wallfahrt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die höchste Teilnehmerzahl war 1999 mit über 120 Pilgern. Dass die Zahl rückläufig ist, ist auch ein Zeichen dafür, dass es immer weniger werden, die persönliche Erinnerungen mit der Wallfahrt verbinden. Diese ist dennoch ein besonderes Erlebnis für alle Gläubigen.
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