Wanderer zwischen Kontinenten

Pater Georg Kirchberger (Mitte) bei seiner Heimatprimiz in Kastl vor 40 Jahren. Repro: stg

Das Oberpfälzisch sprudelt immer noch aus ihm heraus - auch wenn er seit Jahrzehnten als Missionar in Indonesien tätig ist: Am Sonntag feiert Pater Georg Kirchberger in seiner Heimatgemeinde Kastl 40. Priesterjubiläum.

Kastl. (stg) Ausschlaggebend für den priesterlichen Weg war der Wunsch, Missionar zu werden: Der ist bei Pater Georg Kirchberger während der Schulzeit am Gymnasium St. Peter in Tirschenreuth herangereift, also am Gymnasium, das in der Trägerschaft des Ordens der Steyler Missionare stand. Die Schule selbst, so der Jubilar im Rückblick, habe er anfangs ohne Hintergedanken besucht. "Ich bin da eigentlich nur hingegangen, weil ein Freund aus Kastl ein Jahr zuvor auch nach Tirschenreuth ist."

Zu Steyler Missionaren

Im Laufe der Zeit ist daraus mehr geworden. Allmählich konnte er sich vorstellen, als Missionar tätig zu sein. Zur Oberstufe wechselte der Kastler nach Ingolstadt ins Gymnasium und machte dort 1967 das Abitur. Im selben Jahr trat er den Steyler Missionaren im österreichischen Mödling bei. Nach seinen Studien weihte ihn der damalige Wiener Weihbischof Karl Moser am 18. Mai 1975 zum Priester. Nach der Heimatprimiz in Kastl führte Pater Georgs Weg noch im November 1975 nach Indonesien, genauer gesagt ins Priesterseminar St. Paul in Ledalero auf der Insel Flores.

"Seit über 40 Jahren bin ich nun an derselben Stelle tätig, das ist bei uns eher unüblich", sagt der Geistliche. Tausende von Theologiestudenten und angehende Priester hat er in dieser Zeit begleitet und mitausgebildet. Sein Fachgebiet ist die Dogmatik, seine Stellung an dem Seminar etwa vergleichbar mit einem Theologieprofessor an einer Hochschule.

An die Anfänge kann er sich noch genau erinnern: "Indonesien war kein absolutes Neuland für mich, ich hatte schon viel darüber gehört und mich mit Missionaren von dort unterhalten." Problematischer war es dagegen mit der Sprache, die hat er sich mehr oder weniger selbst beibringen müssen. "Und vieles lief dann natürlich auch über Gespräche mit den Studenten, so dass es mit der Zeit immer besser wurde."

Indonesien weist einen Anteil an Muslimen von über 85 Prozent auf. "Aber der Islam ist nicht die Staatsreligion", berichtet Pater Georg. Fünf Religionen sind staatlich anerkannt, darunter auch das Christentum. Radikale und militante Entwicklungen gebe es zum Teil auch in dem Land, allerdings bei Weitem nicht in solchen Formen wie in anderen Teilen der Welt. Und gerade Flores gilt als "katholische Insel", weit über 80 Prozent der 1,5 Millionen Einwohner gehören der katholischen Kirche an.

"Arbeit macht noch Spaß"

Pater Georg ist mittlerweile 68 Jahre alt. Zeit, um an den Ruhestand zu denken? "Eigentlich bin ich mit 65 Jahren emeritiert worden, aber die Personaldecke bei uns ist nicht gerade dick", begründet der Ordensmann seine andauernde Tätigkeit. Und wer sich mit ihm unterhält, gewinnt nicht den Eindruck, dass er wirklich mit Lehren und Unterrichten aufhören möchte. "Es ist schon so: Die Arbeit macht immer noch Spaß!"

Indonesien ist für ihn zu einer gleichwertigen Heimat geworden: "Wenn ich in Flores bin, bin ich daheim. Aber wenn ich in Kastl bin, bin ich auch daheim." Sollte er irgendwann tatsächlich in den Ruhestand gehen, dann will der Geistliche in Indonesien bleiben. In Kastl ist er alle drei bis vier Jahre, wo sich die Verwandten regelmäßig auf den "Missionar" freuen.
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