"Wanderer zwischen Stadtteilen"

Viel Grün, Hochbeete und ein Glaskunstwerk vor der Tür: Das Umfeld des vor zehn Jahren bezogenen BRK-Seniorenheimes lädt zu Aufenthalten im Freien ein. Seit Herbst 1999 war in BRK-Kreisen der Entschluss gereift, einen Neubau nach modernsten Gesichtpunkten zu erstellen. Grundlage dafür war ein Gutachten, das dem ehemaligen Heimgebäude in der Oberen Zinkenbaumstraße ein sehr schlechtes Zeugnis ausgestellt hatte. Bild: rn

Zehn Jahre BRK-Seniorenheim im Weidelbachtal: Dieses kleine Jubiläum wollen Leitung, Personal und Bewohner auch feiern - aber ohne großes Tamtam. Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer Feier mit der Jugendblaskapelle Kirchenthumbach wollen sie dem Anlass gerecht werden.

Am 16. Juli 2005 hatte die Rußweiherstadt einen nicht alltäglichen Umzug erlebt: 80 Ehrenamtliche des BRK-Kreisverbandes Weiden/Neustadt und die 55 Beschäftigten des BRK-Seniorenheimes transportierten mit Hilfe von etwa 20 Einsatzfahrzeugen von 9 bis 16 Uhr ohne Pause die 85 Bewohner aus dem Gebäude in der Oberen Zinkenbaumstraße in die neue Wohnanlage im Weidelbachtal.

"Da gab es keinen Mitarbeiter, der gesagt hat, dass er nicht hilft", erinnert sich Heimleiterin Manuela Schusser stolz. BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath sah in dem Umzug "eine große Evakuierungsübung - allerdings ohne jeglichen Stress".

Mit Handschlag begrüßt

Der Ablauf erfolgte generalstabsmäßig, für die Abwicklung war Kreisbereitschaftsleiter Herbert Putzer zuständig. Es war ein Plan aufgestellt, in dem akribisch die Reihenfolge der Umzugskandidaten festgehalten war. Für die Helfer war es zudem wichtig zu wissen, ob der einzelne Bewohner gehfähig war, sitzend oder liegend transportiert werden musste.

Oft saßen die Senioren inmitten ihres Umzugsgutes im Foyer, bis Pflegedienstleiterin Gabriele Lohner und die noch verbliebenen Mitarbeiter sie verabschiedeten. Im neuen Heim wurden die "Wanderer zwischen zwei Stadtteilen" von Heimleiterin Manuela Schusser und dem Pflegepersonal mit Handschlag begrüßt und in die neuen Zimmer geleitet.

Zur Einweihung war am 30. September 2005 Staatsministerin Christa Stewens gekommen. Sie sprach dem BRK-Kreisverband ihre Anerkennung dafür aus, "dass es hier in so beachtenswerter Weise gelungen ist, ein in sich stimmiges System mitmenschlicher Hilfe und Betreuung zu entwickeln". Als das Seniorenheim am 9. Oktober zu einem Tag der offenen Tür lud, interessierten sich mehr als 700 Besucher aus der Region für die Vorzeigeeinrichtung des BRK.

Der Bau des neuen Senioren-, Wohn- und -Pflegeheimes hatte eine lange Vorgeschichte. Bereits 1996 gab es eine erste Anregung zur Sanierung des seit 1968 bestehenden Heimes am Zinkenbaum. 1999 begannen die Planungen dafür. Dann wurde jedoch überlegt, statt einer teuren Sanierung einen Neubau ins Auge zu fassen. Nachdem die Finanzierung gesichert war, beschloss der BRK-Kreisvorstand einen Neubau mit 90 Pflegeplätzen in 70 Einzel- und 10 Doppelzimmern.

Fünf feiern "Zehnjähriges"

Zuvor hatte der Stadtrat einstimmig entschieden, dem BRK dafür ein Grundstück im Bereich Stirnberg zur Verfügung zu stellen. Der Alternativ-Standort westlich des ehemaligen Bahnhofes war damit vom Tisch. Am 16. Dezember 2003 erfolgte der Spatenstich. Wegen des schwierigen Untergrundes erhielt das 90 Meter lange Gebäude keinen Keller - er wird allerdings zunehmend vermisst. Eine Spezialfirma begann im Februar mit den Bohrarbeiten für Schotterbohrpfähle. Am 6. Oktober 2004 wurde Richtfest gefeiert.

Von den 85 Senioren, die vor zehn Jahren den Umzug miterlebt hatten, können noch fünf das "Zehnjährige" mitfeiern. In einem Schreiben bedankt sich Manuela Schusser bei ihnen für ihre Treue zur Einrichtung. Heute, 15 Uhr, beginnt ein ökumenischer Gottesdienst, am Samstag um 13.30 Uhr steht ein kleines Fest mit der Thumbacher Jugendblaskapelle und Musikus Hermann Schreml an.
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