Wanderfreunde vor dem Aus

Vorsitzender Johann Scharnagl (links) ehrte Schriftführerin Ruth Geiler (Zweite von links) für ihre über zwanzigjährige Tätigkeit in diesem Amt und auch weitere Mitglieder für langjährige Zugehörigkeit zu den Wanderfreunden Oberwildenau e.V. Bilder: bey (2)

Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Wanderfreunde in Oberwildenau. Ob es den Verein auch weiterhin geben wird, ist ungewiss.

Oberwildenau. (bey) Die Wanderfreunde Oberwildenau feierten ihr 40-jähriges Bestehen. Längst ist aber das Wandern in den Hintergrund gerückt. Die Mitglieder sind schlichtweg älter geworden. Deshalb haben sich die Oberwildenauer Wanderfreunde geeinigt, die nähere Umgebung bei Eintagesfahrten und die große weite Welt bei Mehrtagesausflügen zu erkunden. All das steht aber jetzt nach 40 Jahren auch auf der Kippe: Die Jahreshauptversammlung im nächsten Jahr wird entscheiden, ob es die Wanderfreunde Oberwildenau e.V. auch noch künftig geben oder der Verein zur Geschichte des Ortes gehören wird.

162 Mitglieder in den 80ern

Vorsitzender Johann Scharnagl, seit März 1997 im Amt, nannte den Jubiläumsabend ein Dankeschön an die Mitglieder für die Treue. Diese Verbundenheit zeigte sich in der Anwesenheit von 13 Gründungsmitgliedern, die 1975 den Verein zunächst als Unterabteilung des SC Luhe-Wildenau ins Leben gerufen hatten. Scharnagl erinnerte an die Anfangsjahre des Vereins, der sich im Jahr 1978 gänzlich selbstständig machte, und mit seinen 18 internationalen Wandertagen in Oberwildenau Zigtausende Wanderer anlockte. Das Vereinsleben änderte sich, als mangels Unterstützung der eigenen Mitglieder die Wandertage eingestellt wurden. Erinnerungen an vergangene Zeiten wurden besonders wach, als der Vorsitzende die Namen der verstorbenen Mitglieder vorlas.

Schriftführerin Ruth Geiler, auch schon seit über zwei Jahrzehnten in dieser Funktion tätig und mit Scharnagl "treibende Kraft" bei den Wanderfreunden, trug die ausführliche Chronik vor. Eigene Wanderungen mit bis zu 80 Teilnehmern waren an der Tagesordnung. Bereits bei seinem 1. Internationalen Wandertag zählte der Verein 4000 Gäste. Insgesamt waren an den 17 Wandertagen rund 80 000 auswärtige Wanderer in den Fluren um Oberwildenau unterwegs. Die Eröffnung des Wanderheimes in Gelpertsricht im Juni 1978 wirkte sich auf den Mitgliederzuwachs aus: 1985 zählte der Verein 162 Mitglieder.

Ende der 80er Jahre nahm laut der Schriftführerin der Enthusiasmus ab, der letzte Wandertag war 1994 und kaum eigene Mitglieder besuchten diesen noch. Die Folge war der Austritt aus dem Deutschen Volkssportverband. "Ab diesem Zeitpunkt wurden die Mehrtagesausflüge zum großen Renner", berichtete Geiler. Doch auch hier nimmt die Teilnahme aufgrund des Alters der Mitglieder konstant ab. Fast resignierend schloss die Schriftführerin ihren Rückblick ab: Die Mitglieder werden älter, Nachwuchs ist nicht vorhanden, weil in der Vergangenheit versäumt worden war, den Verein für junge Menschen attraktiv zu machen. Deshalb stehe die Gemeinschaft am Scheideweg, sagte sie.

Die Prognose für die Wanderfreunde sei düster, weil sich niemand bereit findet, Verantwortung zu übernehmen. In der Jahreshauptversammlung 2016 werde wohl das Ende der Wanderfreunde beschlossen. Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer überbrachte den Wanderfreunden die Glückwünsche zum 40-jährigen Bestehen. Auch das Marktoberhaupt erinnerte an die erfolgreich verlaufenden Internationalen Wandertage.

21 Jahre Schriftführerin

Mit Geiler und Elisabeth Seiffert überreichte Vorsitzender Scharnagl den Gründungsmitgliedern Johann Krause, Johann Meiller, Johann Mort, Richard Uschold, Helmut Braun, Johann Ermer, Siegfried Goschler, Minervino Fernandez, Franz Vogl, Anton Herreiner, Johann Häusler und Fritz Kagerer eine Dankesurkunde. Er selbst erhielt diese Auszeichnung von Schriftführerin Geiler. Sie bekam für ihre 21-jährige Tätigkeit in diesem Amt eine Dankesurkunde und ein Buchgeschenk. Die "Wülnauer Wirtshausmusikanten" gestalteten die Feier.
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