Warum Schach spielen?
Gretchenfrage

Haben Sie schon einmal über diese Frage nachgedacht, sind ihr aber nicht weiter gegangen? Eine der Gründe: "Schach macht schlau!" Wer Schach spielt, lernt wichtige Fähigkeiten, die in unserer modernen Welt von großer Bedeutung sind. So lernt man, seine ganze Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe zu richten und störende Einflüsse auszublenden. Man konzentriert sich und behält auch unter Zeitdruck und Stress klaren Kopf. Sind Vorausdenken und Planen beim Schach unerlässlich, so spielen daneben Phantasie und Kombinationsvermögen eine entscheidende Rolle.

Wissenschaftliche Untersuchungen, im Bereich Schulschach sei auf die Studie der Uni Trier verwiesen, zum Schachtraining für Kinder und Jugendliche haben erwiesen, dass regelmäßiges Schachtraining als "Gehirnjogging" auch für die Leistungen in der Schule viel bringt.

Und es macht Spaß! Kaum ist der erste Zug ausgeführt, beginnt die Magie zu wirken: Wir werden zum Feldherrn. Vor uns liegt eine riesige Welt voller Abenteuer. An Spannung schlägt Schach jedes Computerspiel um Längen. Und wunderbar: Die Faszination "Schach" bleibt ein Leben lang erhalten!

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Zweikampf verbindet

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Und Schach macht stark! Der sportlich, faire Zweikampf verbindet häufig über das Schach hinaus und stärkt das Selbstvertrauen. Und nicht unbedeutend: Man lernt, mit Niederlagen umzugehen und Verantwortung für die eigenen Züge zu übernehmen. Genauso achten wir unseren Gegner und seine Ideen.

Und das Fazit der Uni Trier zum Schulschach ist eindeutig: Kontinuierliches Schachspielen und -lernen hilft den Schülern bei ihrer Entwicklung! Deshalb unser Rat: Nichts wie hin zum Schachclub in ihrer Nähe! Informationen auf der Homepage des Oberpfälzer Schachverbandes: www.schachverband-oberpfalz.de

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Gehaltvolles Schach

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Aus der Unzahl von Schachpartien, die von Amateuren gespielt worden sind, bieten wir eine Partie zum Nachspielen an, die 2001 in Völklingen beim 2. Deutschen Amateur-Cup gespielt wurde. Sie soll stellvertretend für alle Schachspieler mit Clubniveau zeigen, dass auch Amateure gutes und gehaltvolles Schach zu spielen in der Lage sind.

Weiß: Siegfried Schorn(Lebach/Saarland, DWZ 1425)

Schwarz: Marcus Pillath(Vaihingen, DWZ 1413)

1.e4 c6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Lf5 5.Sg3 Lg6 6.Sf3 Sd7 7.h4 h6 8.h5 Lh7 9.Ld3 Lxd3 10.Dxd3 Sgf6 11.Ld2 e6 12.0-0-0 Ld6 13.Se4 Sxe4 14.Dxe4 Sf6 15.De2 0-0 16.Lc3 Sd5 17.Ld2 Lf4 18.g3 Lxd2+ 19.Dxd2 Df6 20.Se5 De7 21.f4 Tac8 22.Kb1 Db4 23.c3 De7 24.g4 c5 25.g5 hxg5 26.fxg5 cxd4 27.Dxd4 Dxg5 28.Tdg1 Df5+ 29.Ka1 Df4 30.h6 g6 31.h7+ Kh8 32.Sxg6#

Tagesnotizen: Die Position zu Taktikaufgabe Nr. 90a kam beim letztjährigen Katar-Masters aufs Brett. Der junge deutsche FM Alexander Seyb, der für den SC Forchheim in der zweiten Bundesliga spielt, hatte gegen den aserbaidschanischen GM Eltaj Safarli, ehemals U10- und U 12-Europameister und U 10-Weltmeister, in Erwartung auf einen Wegzug der Dame 1.Lf5 gezogen. Dies war für den Großmeister der Auftakt für einen finalen Mattangriff. Sehen Sie, wie Schwarz am Zug dabei vorgegangen ist?

Der oberbayerische Problemkomponist Werner Höller aus Nußdorf, der an dieser Stelle bereits mit einer Reihe schöner Aufgaben in Erscheinung getreten ist, erfreut uns heute mit einem interessanten Dreizüger. Interessant deswegen, weil der Autor zwei thematische Verführungen eingebaut hat. Gefragt ist also der exakte Schlüsselzug. Mehr sollte nicht verraten werden. Wie setzt Weiß am Zug in drei Zügen matt?

Lösungen: Die Partie zu Taktikaufgabe Nr. 89a (Kesten-Goy, W: Kg1, Dg4, Tf1, Tg3, Ld5, Lg5, Ba2, c3, c4, e4, g2, h2 [12], S: Kh8, Dc7, Tb8, Te8, Lc8, Sd6, Ba7, c5, e5, f7, g7,h7 [12]) wurde bei der deutschen Meisterschaft 2008 zwischen dem damals 19-jährigen Schweriner Sebastian Kesten und dem Kölner Senior Udo Goy gespielt. Um die weiße Dame von der g-Linie abzulenken - nach Wegzug des Läufers g5 droht Weiß Dxg7# - hatte Schwarz zuletzt 0...La6-c8 gespielt.

Dabei hat er jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mit dem Abzug 1.Ld8! greift Weiß seinerseits die schwarze Dame an und droht gleichzeitig 2.Dxg7#. Das zwingt Schwarz zu 1...Lxg4. Zwar hat Schwarz damit die Mattdrohung abgewendet, doch sind nach 2.Lxc7 die beiden schwarzen Leichtfiguren und auch noch der Turm b8 gleichzeitig angegriffen. Da Schwarz eine seiner beiden Leichtfiguren verlieren wird, gab er die Partie auf.

Ein schöner Sieg des Juniors über den Oldie!

Mit dem Vierzüger inAufgabe Nr. 89b (Stefan Felber/Ralf Krätschmer, W: Kh7, Tf6, Sc5, Sd5, Be5 [5], S: Ke8, Ta8, Lc1, Bc7 [4]) lag ein bayerisch-schwäbisches Gemeinschaftswerk zur Begutachtung - und natürlich auch zum Lösen - vor. Wer der Meinung war, dass die Aufgabe nicht allzu schwer zu lösen sei und versuchte, den schwarzen König mit 1.Kg8? (droht 2.Tf8#) 1...Lh6 2.Te6+ Kd8 3.Kf7 beliebig 4.Te8# direkt anzugehen, lag falsch. Er hatte nicht bedacht, dass sich der schwarze König mit 1...0-0-0! der Mattgefahr entziehen kann. Die Rochade ist im Schachproblem immer dann erlaubt, wenn nicht nachzuweisen ist, dass König oder Turm schon einmal gezogen haben müssen.

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Rochade verhindert Flucht

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Dieser Nachweis ist hier nicht zu führen; es konnte zuletzt der schwarze Läufer gezogen haben. Weiß muss also die lange Rochade berücksichtigen. Besser geschieht deshalb der Schachschlüssel 1.Te6+!, mit dem der schwarze König mit f7 und f8 zwei weitere Fluchtfelder erhält. Allein die Flucht dorthin beendet die Aufgabe vorzeitig: 1...Kf7? 2.Te7+ Kf8 Sd7# und nach 1...Kf8? die Umkehrung 2.Sd7+ Kf7 3.Te7#. Am längsten wehrt sich Schwarz mit 1...Kd8, doch folgt darauf 2.Tg6 Ke8 3.Tg8+ Kf7 4.e6# mit Bauernmatt oder nach 2...Lh6 3.Tg8+ Lf8 4.Txf8#.

Ein schönes Stück der beiden renommierten Problemschachkomponisten zum Thema Rochadeverhinderung!
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