Was aus der Werkstatt kommt

Jede Menge Material nahmen die Städteplaner aus der "Bürgerwerkstatt" mit. Ihre Kunst liegt nun darin, aus dem Paket mit Defiziten und Pluspunkten eine Strategie zu entwickeln.

Pfreimd. (hm) Zum Thema "Leben, Kaufen und Versorgung" rundete eine Bürgerwerkstatt am Donnerstag im Bürgersaal des Bürgerhauses "schloss pfreimd" die Veranstaltungsreihe der fünf Partnergemeinden Nabburg, Pfreimd, Schwarzenfeld, Trausnitz und Wernberg-Köblitz im Zuge des Entwicklungskonzeptes zur Förderung integrierter räumlicher Entwicklungsmaßnahmen (IRE) ab. Rund zwei Dutzend Teilnehmer, darunter auch die Bürgermeister Georg Butz, Armin Schärtl und Richard Tischler, Markt- und Stadträte, Gewerbetreibende, Verwaltungsmitarbeiter und einige wenige interessierte Bürger hatten sich in den historischen Räumen des ehemaligen Schlosses eingefunden.

Wie kann es gehen?

Die "Fünfergruppe", die sich mittlerweile als "Kleinregion nördliches Naabtal" definiert, hat sich das Weimarer Planerbüro "UmbauStadt" ins Boot geholt. Das erfahrene Büro wird mit den Rathäusern und den Bürgern der beteiligten Kommunen die IRE-Strategie erarbeiten. Die drei angebotenen Werkstätten hatten deshalb vorrangig ein Ziel: "Wir wollen wissen, was in dieses IRE konkret als Maßnahmenvorschlag aufgenommen werden soll".

Martin Fladt von "UmbauStadt" übernahm federführend die Moderation bei der Bürgerwerkstatt im Pfreimder Bürgersaal. Er zeigte die wesentlichen Auswahlkriterien mit dem Schwerpunkt "Relevanz für die räumliche Entwicklung" auf. "Was bekommen wir alleine nicht so gut hin?", laute die Devise. In drei Schritten wolle man Ergebnisse produzieren: Analyse (wie sieht es aus?), Leitbild (wie soll es aussehen?) und Konzept (wie kann es gehen?).

Mit einer Vielzahl von Handlungsfeldern wollen sich die fünf Kommunen dabei auseinandersetzen: Aktivierung von Innenentwicklungspotentialen, Energieeffezienz, Kultur- und Naturerbe, grüne Infrastruktur, wirtschaftsstrukturelle Entwicklung, Verkehr und Generationen sind nur einige Schlagwörter dabei.

In drei Arbeitsgruppen waren die Teilnehmer eingeladen, zu Schwerpunktthemen wie Tourismus, Mobilität sowie Angebot und Nachfrage Stärken und Schwächen, Ideen und Projekte herauszuarbeiten. Die Moderatoren von "UmbauStadt" übernahmen abschließend das Ordnen und Strukturieren sowie die Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse. Heraus kam sowohl eine lange Auflistung bestehender Defizite, aber auch eine ganze Reihe von "Plus-Punkten", mit denen die Kleinregion aufwarten kann.

Die Problemfelder

Problemfelder sind beispielsweise das Fehlen von Drogeriemärkten in einem Teil der Region, fehlende Abstimmung der Öffnungszeiten im gastronomischen Bereich, Defizite im öffentlichen Personennahverkehr, der desolate Zustand der Bahnhöfe, eine sichere Radwegverbindung nach Trausnitz, mangelnde Angebote für Jugendliche, fehlende Vitalität der Innenstädte.

Auf der Habenseite nannten die Teilnehmer herausragende Festveranstaltungen wie Mittelaltermarkt, Kirchweih, Bürgerfeste, Konzerte, die breitgefächerte Kirchenkultur mit Baustilen von der Romanik bis in die Neuzeit, szenische Stadtführungen oder das Angebot des Freilandmuseums Neusath-Perschen.

Eine ganze Palette von Ideen und Anregungen nahmen die Mitarbeiter von "UmbauStadt" aus dieser "Werkstatt" mit. Deren Aufgabe ist es nun, das Ganze zu ordnen und bis zum Jahresende in eine konkrete Strategie einzuarbeiten.
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