Was für turbulente Kirwatage in Hohenkemnath. Zum Beispiel wurde der Baum bei schönstem Wetter erstmals mit einem Kran aufgestellt - ein Novum, das nach über 50 Jahren unumgänglich war.
Ereignisse überschlagen sich

Mit viel Schwung präsentierten die 14 Kirwapaare ihre fünf Tänze. Bilder: brü
 
Bei den Gstanzeln zum Hohenkemnather Dorfgeschehen bekam der eine oder andere sein Fett weg.
(brü) Denn das Zelt musste auf der Wiese gegenüber dem Gasthaus Hirsch und nicht direkt davor platziert werden. Das Landratsamt hatte heuer die Genehmigung verweigert. Somit stand es an dem Ort, auf dem die Hohenkemnather seit über 50 Jahren den Baum mit purer Muskelkraft in die Höhe stemmten. Da blieb kein Platz mehr für die Goißen, deshalb der Kran.

Dreimal heißt es: Alarm

Und es war in diesem Jahr auch gut so. Denn die meisten der Helfer, die sonst an den Goißen stehen, sind Feuerwehrleute. Die waren bald gefordert. Kurz nachdem der Kran begonnen hatte, den von der Familie Englhard gespendeten 35-Meter-Baum in die Senkrechte zu hieven, ging das erste Mal die Sirene. Waldbrand hieß es in der per SMS übersandten Meldung. Nachdem alle ausgerückten Feuerwehrleute vom Einsatz zurück waren, folgte prompt die nächste Meldung. Die Amberger Leitstelle forderte eine Nachsicht zum ersten Einsatz.

Pünktlich um 20 Uhr eröffnete Feuerwehrvorsitzender Christian Wenkmann den Preisschafkopf mit 60 Teilnehmern. Über zweieinhalb Stunden wurde gekartelt, unterbrochen durch eine erneute Alarmierung. Ein Unfall auf der A 6 sorgte dafür, dass die Hohenkemnather Wehr innerhalb weniger Stunden zum dritten Mal ausrücken musste. Die Schafkopffreunde nahmen den Einsatz zur Kenntnis, mehr auch nicht. Ging es doch um schöne Preise. Mit 122 Punkten sicherte sich Lorenz Feihl Platz eins und somit eine Wochenendreise nach Berlin. Erika Braun kann sich über zwei Ster ofenfertig gespaltenes Holz freuen, 100 Euro in bar erhielt Sigi Knoll.

Im Trab durch Starkregen

Der Samstag begann für die Gäste noch bei bestem Wetter mit dem Frühschoppen. In gemütlicher Runde nutzte man die Zeit zum Schafkopfen oder um den Feiertag einfach zu genießen. Dabei statteten wohl viele angesichts der hochsommerlichen Temperaturen statt der Kirwa dem Freibad einen Besuch ab - den Tag über kamen nur wenige Gäste nach Hohenkemnath.

Als sich die Sonne langsam unterging, füllten sich die Bänke mehr und mehr. Die 14 Paare, angeführt von Lukas Reuß und Stefanie Dechant als dienstälteste, zogen ins Zelt ein, um bei bester musikalischer Unterhaltung durch die Band Waidler Wahnsinn für Stimmung zu sorgen. Da gab es kein Halten mehr. Der später einsetzende Starkregen tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Gäste eilten im Laufschritt durch den Regen vom vollem Festzelt in die Bar im ehemaligen Rockhouse oder zur zweiten Bar im ebenfalls voll besetzten Partyraum Hirsch.

Nur fünf Tänze

Nach nur wenigen Stunden Schlaf besuchten die Paare am Sonntag zunächst die Messe, die Pater Marek Michalak zelebrierte. Ein Mittagstisch in der Metzgerei Hirsch schloss sich an, wo sich die Baumaustänzer stärkten. Lediglich fünf konnte ihnen Tanzlehrer Sebastian Meier aus Stockau beibringen. Meier als Musiker beim Austanzen hatte sich Unterstützung aus ganz Bayern geholt. Mit ihm sorgten Josef Zapf aus München, Martin Schertl aus Vohburg und die aus Eching angereiste Theresa Loibl für die richtigen Töne. Sie allesamt sorgten gemeinsam mit D'Spalter im Anschluss für riesige Stimmung bis in die späten Abendstunden.

Der Montag stand zunächst im Zeichen des Bärentreibens durch Hohenkemnath. Bei anhaltendem Regen jagte Daniel Berschneider Lukas Reuß über vier Stunden lang durch den Ort. Den Abschluss fand das Fest am Abend mit der Verlosung des Kirwabaums. Das Losglück hatte dabei Kathrin Franz aus Hohenkemnath auf ihrer Seite. Für einen Obolus gab sie den Baum zur Versteigerung an die Paare zurück. Michael Hofmann aus Hohenkemnath bot mit 530 Euro am meisten.
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