Wasser bald 40 Prozent teurer

Die Schnaittenbacher Stadträte stecken in einem Dilemma. Die Wasserversorgung arbeitet weiterhin defizitär, parallel dazu sollen die Gebühren nicht zu sehr steigen, um die Bürger zu schonen. Der Weg zum Kompromiss ist kein leichter. Denn irgendwann muss das Minus komplett ausgeglichen werden.

Schnaittenbach. (tk) Fast eine Stunde lang setzten sich die Stadträte am Donnerstagabend mit einem Thema auseinander, das die Schnaittenbacher nicht erst seit vorgestern beschäftigt. Wie im Vorjahr ging es um die Preise für Wasser und Abwasser. Laut Kämmerin Bettina Tontch beläuft sich der zu erwartende Verlust auf 250 000 bzw. 160 000 Euro. Kein Pappenstiel - da waren sich alle Räte inklusive Bürgermeister Josef Reindl einig. Die Frage war nur, wie sehr die Bürger ab Januar zur Kasse gebeten werden sollen. Tontch gab die Richtung vor: "Wir müssen zwingend kostendeckend arbeiten." Das Landratsamt habe das auch so gefordert.

"Das ist schon heftig"

Der Vorschlag der Verwaltung: Der Preis pro Kubikmeter Brauchwasser (1000 Liter) muss von aktuell 1,05 auf 1,65 Euro steigen, um das Minus einigermaßen ausgleichen zu können. Für CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Kraus war das zu viel: "Das ist schon heftig." Aus sozialen Gesichtspunkten plädierte sie für eine Erhöhung auf 1,45 Euro. In einem Jahr sollte dann neu verhandelt werden.

Als Tontch das Gremium darüber informiert hatte, dass das Wasser in Ebermannsdorf beispielsweise 1,85 Euro pro Kubikmeter koste und Schnaittenbach zu den günstigsten Kommunen im Kreis gehöre, war es zuerst Josef Werner von der Christlichen Wählerschaft Umland (CWU), der sich für 1,65 Euro aussprach: "Darunter geht gar nichts." Auch 3. Bürgermeister Manfred Schlosser von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) hielt nichts von halben Sachen: "Wir zahlen drauf." Es sei denn, die Stadt wolle den Preis subventionieren. Doch das könne auf Dauer nicht gutgehen: "Je länger wir das schieben, desto teurer wird's."

Wie schwer es war, eine tragfähige Lösung zu finden, zeigten die unterschiedlichen Meinungen in der SPD. Fraktionschef Georg Dobmeier sah Handlungsbedarf, eine Erhöhung um 60 Cent und damit fast 60 Prozent aber als zu hoch an. 40 Cent mehr könne er vertreten. Anders Rudolf Bergmann, Tontchs Vorgänger als Kämmerer. Bei der Wasserversorgung handle es sich um eine kostendeckende Einrichtung, die sich selbst finanzieren müsse: "Das ist mindestens seit 1974 so." Dem Vorschlag der Verwaltung müsse gefolgt werden. Bergmann legte nach: "Der Preis hätte schon vor einem Jahr erhöht werden müssen. Das war ein Fehler."

Bürgermeister Josef Reindl hielt sich in der Diskussion weitgehend zurück: "Es bricht jetzt keine Welt zusammen. Wir sollten aber einen gewissen Betrag nach oben gehen." Zuerst ließ er über eine Erhöhung auf 1,65 Euro abstimmen, die mit 10:6 abgelehnt wurde. Mit dem gleichen Ergebnis wurde der zweite Vorschlag akzeptiert. Ab 1. Januar 2015 kostet ein Kubikmeter Wasser 1,45 Euro.

In einem Jahr nochmal

Um 30 Cent teurer wird der Kubikmeter Abwasser. Für 1000 Liter sind ab 1. Januar 3,05 Euro statt wie bisher 2,75 zu bezahlen. Die Empfehlung der Stadtkämmerin, künftig 3,14 Euro zu verlangen, war zuvor mit 7:9 gescheitert. Wie beim Brauchwasser soll in einem Jahr über eine weitere Erhöhung abgestimmt werden.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.