Wasser - kostbar und teuerer

Auf höhere Wassergebühren müssen sich die Pfreimder einstellen. Der Preis steigt ab 1. Mai von 1,25 auf 1,70 Euro, also um 36 Prozent. Für einen Dreipersonenhaushalt sind das im Jahr rund 70 Euro. Die Gründe dafür wurden im Stadtrat erläutert.

Pfreimd. (cv) Die Gebühren werden im Dreijahresrhythmus neu kalkuliert. Im Jahr 2012 waren sie von 1,06 auf 1,25 Euro netto angehoben worden. Nun wurde die damals prognostizierte Einnahmenentwicklung durchforstet. Das Resultat gefiel keinem der Stadträte, ist jedoch Realität. Aus dem detaillierten Dreijahresbericht vom Sachbearbeiter Alfred Hammer war zu entnehmen, dass der Stadt zahlreiche und aufwendige Wasserrohrbrüche zu schaffen machten. Das ließ auch die Personalkosten im Bauhof steigen, verursachte im Fall der Fremdvergabe Kosten bei den beauftragten Baufirmen. Schieber mussten erneuert werden, eine Chlorungsanlage wurde installiert, erklecklich steigende Stromkosten schlugen zu Buche. In der Summe bedeutete das ein Defizit von 119 705 Euro, das in den neuen Kalkulationszeitraum 2015 bis 2017 übernommen werden muss.

Wertvolles Lebensmittel

Mit Blick darauf, dass mit der Park- und WC-Anlage an der Autobahn und der neuen Wäscherei DBL Merk zwei Großabnehmer an das städtische Netz angeschlossen sind, ging Alfred Hammer von einer ansteigenden Jahresmenge von 277 000 auf 285 000 Kubikmeter aus. Das Defizit der Vorjahre eingerechnet, ergeben sich Kosten von 1 458 000 Euro, die zu schultern sind. Der Wasserpreis steigt um 45 Cent von 1,25 auf 1,70 Euro, also um 36 Prozent. Das zahlt niemand gerne, doch Bürgermeister Richard Tischler gab zu bedenken, dass Wasser "Lebensmittel Nummer eins" ist. "Ein Kubikmeter Wasser sind 1000 Liter". Das müsse man auch in Relation dazu setzen, "was eine Flasche Mineralwasser kostet". Wenn die Stadt den Preis unter 1,70 Euro ansetze, würde sie unweigerlich ein neues Defizit produzieren.

"Viel Freude kommt nicht auf", kommentierte Dritter Bürgermeister Hubert Betz die Preiserhöhung. "Aber unser Kanalnetz ist nicht mehr das jüngste", gab Bürgermeister Tischler zu bedenken. Günther Strehl (SPD) hätte eine Erhöhung auf 1,60 Euro favorisiert, denn wenn später die Trinkwassererschließung am Dachsberg zu Buche schlage, würden die Gebühren ohnehin deutlich ansteigen. Manfred Bruckner (ÖDP) wollte wissen, ob der dreijährige Kalkulationszeitraum bindend sei, oder man auch in kürzeren Abständen und in kleineren Beträgen erhöhen könne. Für den Bürgermeister keine Lösung: In einem Jahr mit vielen Rohrbrüchen hätte man dann zu hohe Ausschläge nach oben.

Angesichts der Personalkosten bei Wasserrohrbrüchen werde derzeit geprüft, ob man mit einer vertraglichen Lösung mit einer Fremdfirma günstiger fahre. Angedacht sei auch ein Kataster, um kompakte Sanierungsabschnitte (Kanal, Wasser, Straße) zu bilden.

"Zumutung für Bürger"

Klaus Summer empfand eine 36-prozentige Preissteigerung als "Zumutung für unsere Bürger". Man zwinge zum sparen. Dann könne es aber passieren, das die Jahresmenge nicht erreicht werde und das Defizit bleibe, prognostizierte der CSU-Stadtrat.

Die Anhebung auf 1,70 Euro wurde letztendlich mit 13:8 Stimmen abgesegnet. Günstiger wird es wohl auch in Zukunft nicht werden. Rund vier Millionen Euro wird die Stadt für die Trinkwasser-Erschließung am Dachsberg bei Asbach in die Hand nehmen müssen, so Alfred Hammer. Und es gebe keinen Cent Bezuschussung. Darlehen, Gebührenerhöhung, Verbesserungsbeiträge - das sind die Themen der Zukunft. "Mit dem jetzigen Preis wird dann nichts mehr drin sein", so Hammer.
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