Wasserpreis zieht an

Hintere dieser Fassade - mal von hinten - verbirgt sich moderne Aufbereitungstechnik. Am neuen Wernberg-Köblitzer Wasserwerk werden Restarbeiten erledigt. Die Investitionen schlagen sich in Verbesserungsbeiträgen und bei den höheren Wassergebühren nieder. Bild: Völkl

Einwandfreies Wasser - das kostet. Die Bürger müssen dafür tiefer in die Tasche greifen: Die Wasser- und Abwasserrechnungen werden ab Januar 2016 deutlich höher ausfallen.

Wernberg-Köblitz. (cv) Das neue Wasserwerk verschlingt Millionen, war doch nach rund 40 Jahren ein Neubau unumgänglich. In der Kläranlage ist die Schlammentsorgung zu einem empfindlichen Kostenfaktor geworden. Den Kosten stehen aber Verbrauchsrückgänge entgegen: Laut Kämmerer Bernhard Praschel um sieben bis acht Prozent. Die Bürger sparen. In der neuen Gebührengestaltung ab Januar 2016 muss zum einen der Blick auf die Finanzierung der Investitionen gerichtet als auch das Defizit aus dem letzten dreijährigem Kalkulationszeitraum aufgefangen werden.

Drei statt vier Raten

Das Jahr 2013 sticht ins Auge. Der große Unterschied des Fehlbetrages aus dem Jahr 2013 resultiert überwiegend aus einem Marktratsbeschluss Ende des Jahres 2012: Hier wurde festgelegt, dass ab 2013 nur mehr drei Raten - also 75 Prozent -, statt der bisher üblichen vier Raten - 100 Prozent - erhoben werden. Daraus folgt, dass unabhängig von den Verbrauchsrückgängen schon im Jahr 2013 rund 25 Prozent der Einnahmen fehlen, da die Endabrechnung erst im Februar/März des nächsten Jahres gemacht wird. Den Fehlbetrag 2013 ganz außer auch lassen, wäre das falsche Signal, so Vitus Bauer. Schön rechnen sei keine Basis. Unter diesen Bedingungen stand eine Erhöhung von 2,10 auf 2,62 Euro pro Kubikmeter im Raum.

Dritter Bürgermeister Georg Schlögl monierte angesichts der niedrigen Zinsen, dass man "mit zu hohen Zinssätzen in die kalkulatorischen Kosten reingeht". Bürgermeister Georg Butz machte die Rechnung anders auf, sei das Geld zur Finanzierung der Entwässerungsanlage damals doch zu anderen Sätzen aufgenommen worden. Es solle nicht schön gerechnet werden, wo faktisch Kosten entstünden. Marktrat Gerhard Bäumler meinte hingegen mit einem Blick auf die Darlehen und Zinsen der Marktgemeinde, dass seiner Ansicht nach "ein Puffer drin ist".

Ihn bewegte auch die Frage nach möglichen Einsparungen im Unterhalt. Butz erläuterte, dass man stets Verbesserungen in der Anlage im Blick habe. Doch Kostentreiber sei die Klärschlammentsorgung. Der Schlamm könne nicht mehr auf Felder ausgebracht werden. "Wir haben ihn schon drei Mal verbrennen müssen". Entlastung bringe hier der Zweckverband zur Klärschlammentsorgung, den er, Butz, mit auf den Weg gebracht habe. Mit 13 Kommunen gestartet, habe er enormen Zulauf. Derzeit seien 30 dabei. Bäumler wollte mit seiner Frage bestätigt sehen, dass auch regelmäßig ein Blick auf die Kosten geworfen werde. Mit fünf Gegenstimmen (SPD-Fraktion und FW-Marktrat Gerhard Bäumler) sprach sich die Marktratsmehrheit für eine Anhebung des Abwasserpreises von 2,10 auf 2,62 Euro aus.

Große Investitionen

Auch der Wasserpreis steigt: Statt 1.40 sind künftig 2 Euro pro Kubikmeter zu zahlen. Durch die Marktratsbeschlüsse zu den Investitionen in der Wasserversorgung (Wasserwerk, Tiefbrunnen, Hochbehälter) ist eine Gebührenerhöhung notwendig, da 65 Prozent der Investitionskosten über Verbesserungsbeiträge und 35 Prozent über die Wassergebühren gedeckt werden sollen.

Mehr zahlen muss auch der Wassergast Glaubendorfer Gruppe: Hier steigt der bisherige Wasserpreis von 78 Cent auf 1,36 Euro. Ursache sind die kalkulatorischen Kosten für die Investitionen in die Wasserversorgung. Im Gegensatz zum Ortsbereich können keine Verbesserungsbeiträge gegengerechnet werden. Damit dies nicht zulasten der Wernberg-Köblitzer Bürger geht, haben die Wassergäste der Glaubendorfer Gruppe bei den Verbrauchsgebühren tiefer in die Tasche zu greifen. Die Durchschnittswasserabnahme liegt im Jahr bei 18 000 Kubikmeter.
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