Wasserwacht übt Rettungseinsätze am Eschenbacher Rußweiher
Hilfe geht nicht baden

Die Aktiven der Wasserwacht wurden am Rußweiher mit verschiedenen Szenarien konfrontiert. In Kleingruppen mussten sie eine Vermisstensuche organisieren, einen Ertrinkenden retten, eine bewusstlose Person versorgen und am Ende eine Herz-Lungen-Wiederbelebung demonstrieren. Bild: myd
"Da drüben liegt ein Badegast, dem es nicht gut geht", ruft ein junger Mann aufgeregt, während er zur Wasserwachthütte am Rußweiher rennt. Sofort läuft ein Mitglied der Wasserwacht zur Seebühne. In wenigen Sekunden folgen zwei weitere mit Rucksack und Defibrillator. "Die Person reagiert nicht mehr - Notruf absetzen", entscheidet der erste Retter. Eine Situation, die jeden Tag am Rußweiher denkbar wäre. Die Badesaison hat begonnen, die nächsten heißen Tage warten, deshalb trafen sich die Aktiven der Eschenbacher Wasserwacht, um das taktische Vorgehen und die Zusammenarbeit bei verschiedenen Einsatzfällen in Kleingruppen zu üben.

Die Helfer kontrollieren Puls und Atmung, drehen den Mann in die stabile Seitenlage, messen Blutdruck- und Blutzucker, geben ihm Sauerstoff - alles läuft wie am Schnürchen. Plötzlich setzt die Atmung aus, der Puls ist nicht mehr messbar. Die Rettungskräfte beginnen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, der Defibrillator und das Absauggerät werden vorbereitet.

An weiteren Stationen galt es, durch Kreuzpeilung den genauen Punkt zu bestimmen, an dem ein Ertrinkender zuletzt über Wasser gesehen wurde. Ein Rettungsschwimmer werde per Handzeichen genau an diese Stelle dirigiert und der Patient nach dem erfolgreichen Bergen versorgt. Dann der nächste Einsatz: Ein Vater kommt aufgeregt auf die Wasserwachtler zu: "Mein Sohn ist seit zehn Minuten weg. Ich finde ihn nicht mehr." Auch die Vermisstensuche am Rußweihergelände war Teil der Übung. Ortsgruppenleiterin Hannelore Gugel freute sich über die rege Teilnahme und sprach ein großes Lob an den Technischen Leiter Josef Ott aus, der die Übung akribisch vorbereitet hatte.

Er und seine Helfer Andreas Ott und Sandro Fleischer gaben den Wasserwachtlern wichtige Tipps. Anregungen hatten auch der Wasserwachtarzt Thomas Arnold sowie der Technische Leiter der Kreiswasserwacht Peter Sirtl parat. Beim anschließenden gemeinsamen Grillen wurden weitere Fachgespräche geführt.
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