Wasserzweckverband muss den Gebührensatz anheben - Johann Schrott zum Vorsitzenden gewählt
Gleich in erster Sitzung Preiserhöhung

Josef Deichl (links) wurde neu als stellvertretender Zweckverbandsvorsitzender gewählt und Johann Schrott als Vorsitzender im Amt bestätigt. Bild: nib
Der Wasserzweckverband der Gemeinden Fensterbach und Schmidgaden hatte in seiner ersten Sitzung neben zahlreichen Formalitäten auch über eine kostendeckende Anhebung der Wassergebühren zu entscheiden. Umfangreiches Zahlenmaterial gab den Verbandsräten die Richtung vor.

Die Zusammenstellung über umlagefähige Investitionskosten und gebührenpflichtige laufende Aufwendungen präsentierten Stefan Bieramperl und Birgit Mühlbauer von der Firma Kommunalberatung und Vermessung aus Laberweinting. Sie hatten noch vom früheren Zweckverband den Auftrag erhalten, eine Globalberechnung zur Wasserversorgungseinrichtung zu erstellen.

Moderate Steigerungen

Bei der Beitragsberechnung kam die Firma - nach Abzug der Zuschüsse und des Kostenanteils des Wassergastes - auf einen umlagefähigen Investitionsaufwand von 7 250 058 Euro. Dies führte zu sehr moderaten Kostensteigerungen. Der Geschossflächenbeitrag stieg um 15 Cent auf 6,35 Euro und der Grundstücksflächenbeitrag um 4 Cent auf 1,29 Euro. Die Kosten für die Gebühren setzen sich aus Betriebs- und Unterhaltskosten, der kalkulatorischen Verzinsung und der kalkulatorischen Abschreibung zusammen.

Mehrfach moniert

Für die nächsten drei Jahre kamen Bieramperl und Mühlbauer zu umlagefähigen Verbrauchsgebühren von jährlich rund 230 000 Euro. Bei einer Verbrauchsmenge von 217 700 Kubikmeter Wasser beträgt der ermittelte Gebührensatz 1,06 Euro pro Kubikmeter.

Wenig begeistert waren die Verbandsräte, dass sie gleich in ihrer ersten Sitzung über die Preiserhöhung abzustimmen hatten. "Wir haben keine andere Möglichkeit als den Wasserpreis anzupassen, denn wir sind verpflichtet, kostendeckend zu wirtschaften. Dies ist mit dem bisherigen Preis nicht möglich und wurde auch bereits mehrfach vom Landratsamt als der zuständigen Aufsichtsbehörde moniert", stellten Fensterbachs Bürgermeister Johann Schrott und der geschäftsführende Beamte, Peter Fleißner, gleichlautend fest. Der aktuelle Preis in Höhe von 66 Cent wurde letztmals 1990 angepasst. Fleißner erinnerte daran, dass 1,06 Euro je Kubikmeter umgerechnet nur einen Cent für zehn Liter Wasser bedeute.

Kämmerer Thomas Rambach wies darauf hin, dass die Defizite bis dato aus den Rücklagen ausgeglichen wurden. Dies führte dazu, dass diese sich seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren um mehr als die Hälfte reduziert hätten.

Dies ist neben dem rechtlichen Aspekt auch für den Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl ein gewichtiges Argument: "Wir können nicht über Jahre die laufenden Kosten aus den Rücklagen decken und sind dann nicht in der Lage, den notwendigen Unterhalt der Wasserversorgungsanlage oder Erweiterungen zu bezahlen." Die Räte votierten bei drei Gegenstimmen mehrheitlich für die Anhebung der Gebühren.

Fensterbacher Mehrheit

In der konstituierenden Sitzung stand die Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters auf der Tagesordnung ebenso wie die Bildung eines Rechnungsprüfungsausschusses. Als Vorsitzende wurden die Bürgermeister Schrott und Deichl vorgeschlagen.

Der Zweckverband bestimmte mit der Mehrheit der Fensterbacher Räte Johann Schrott zum Vorsitzenden. Deichl wurde zum Stellvertreter bei einer Enthaltung einstimmig gewählt. Den Rechnungsprüfungsausschuss bilden Josef Piehler Josef Sturm und Heinrich Niebauer.
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