Webcam auf Adlerhorst

Wahrzeichen des Naturparks ist die Burgruine Flossenbürg. Bild: nm

40 Jahre gibt es ihn mittlerweile schon - den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Im "Weißen Rößl" in Neustadt stellte sich der damalige Landrat Christian Kreuzer mit 50 Gründungsmitgliedern der Aufgabe, die reizvolle Landschaft mit ihrer Eigenart und Schönheit als Heimat für die Bevölkerung und als Lebensraum für die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu pflegen, zu erhalten und zu entwickeln.

Neustadt/WN. Damit verbunden ist die Realisierung von Vorhaben, die die Erholung und Erlebnismöglichkeiten verbessern. Gerade im Jubiläumsjahr möchte der Nördliche Oberpfälzer Wald mit vielen großen und kleinen Projekten weiter an der kontinuierlichen Entwicklung der Region mitwirken.

178 Pflegearbeiten

Für 2015 haben Landrat Andreas Meier und sein Team ein Investitionsvolumen von rund 350 000 Euro auf den Weg gebracht. Die mittlerweile 246 Mitglieder wird es sichtlich freuen, wenn allein für die Biotoppflege sowie die Umsetzung von floristischen Artenhilfsprogrammen satte 178 000 Euro zur Verfügung stehen. Damit verbunden sind auch der Erhalt und die Sicherung von Naturdenkmälern. Die vorgesehenen und vom Naturpark koordinierten 178 Pflegearbeiten werden ausschließlich an ortsansässige Landwirte und Naturschutzverbände im Verbund mit heimischen Betrieben vermittelt.

Die gleiche Summe fließt für Erholungsmaßnahmen in die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie nach Weiden. Die Schwerpunkte liegen in der Neubeschilderung des Wanderwegenetzes in Vohenstrauß sowie in der Erneuerung des Geländers am Invalidensteig am Kreuzberg in Pleystein. Im westlichen Bereich stehen die Ergänzung und Überarbeitung des Walderlebnispfades "Holzweg" bei Eschenbach sowie neue Wanderwegetafeln im Bereich des Rauhen Kulms an. Mit letzterem Vorhaben möchte man die Besucherlenkung bei einem der schönsten Naturwunder Deutschlands verbessern.

Info-Stelle in Speinshart

Ein besonderer Leckerbissen verspricht die Installation einer Adlerhorst-Webcam am Großen Rußweiher zu werden. Unter der Federführung des forstlichen Beraters Martin Gottsche werden hier 26 000 Euro angesetzt.

Im letzten Jahrhundert wurde der Fischadler in Bayern nahezu ausgerottet. Seit zehn Jahren hat sich eine sehr kleine Population im Gebiet des Truppenübungsplatzes und in den angrenzenden Regionen eingefunden. Als ersten Schritt zur Bestandssicherung erfolgte 2009 die Errichtung einer Nisthilfe. Nunmehr sollen durch eine Adlerhorst-Webcam Beobachtungen im Nest einer breiten Öffentlichkeit ermöglicht werden. Angedacht ist in der Naturparkinfostelle "Hexenhäusl" ein Terminal, das Live-Bilder des Geschehens im Adlerhorst zeigt.

Das benachbarte Klosterdorf Speinshart darf sich ab Juni ebenfalls über eine Naturparkinfostelle in der ehemaligen Wieskirche freuen. Gezeigt wird die neue Dauerausstellung "Naturerleben mit ländlichen Charme".

"Der Wohlfühlfaktor in der Heimat ist wesentlich bedingt durch den Einsatz und die Mobilisierung aller uns zur Verfügung stehenden Kräfte. Sobald der erste vorzeitige Baubeginn von der Regierung der Oberpfalz auf dem Tisch liegt, fangen wir mit der zeitnahen Umsetzung dieses Maßnahmenpakets an", gibt sich Landrat Andres Meier als Vorsitzender des Naturparks optimistisch. Er kann dabei auf Diplombiologin Mathilde Müllner und Geschäftsführer Martin Koppmann bauen.
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