Weg für Gott

Josef Häusler war heimgekommen, um Gott zu danken. In St. Martin erteilte er zum 40-jährigen Priesterjubiläum erneut den Segen. Bild: bk

Es war ein Fest der Freude und Dankbarkeit: Josef Häusler bekennt sich zu seinen Wurzeln und feiert 40-jähriges Priesterjubiläum in der Heimatpfarrkirche

Traumwetter, volles Gotteshaus und der Gesang machten am Sonntag die Erinnerung an die prachtvolle Primiz 1975 lebendig. Chor, Dieter Ludwig an der Orgel und Trompeter Hans Rettinger krönten die Eucharistiefeier mit der "Psalmenmesse" von Karl Norbert Schmid.

"Wir freuen uns sogar sehr", sagte Pfarrgemeinderats-Sprecherin Martina Messer. Seel-Sorger am Uniklinikum sei nicht nur ein schöner, sondern auch schwerer, fordernder Beruf. Häuslers ruhige, bescheidene Art bringe Zuversicht und - wenn nötig - Trost oder einfach nur echtes, von christlicher Nächstenliebe getragenes Verständnis entgegen. "Heute stehst du wieder am Altar, um Gott zu danken für Begleitung und Bewahrung in diesen 40 Jahren. Es ist ein besonderes Gnadengeschenk, dass deine fast 94-jährige Mutter dieses Fest miterleben darf", fügte Pfarrer Irudayaraj Devadass an. Weitere Konzelebranten waren Franz Winklmann und Norbert Demleitner.

"Für wen gehst du?" Diese Frage sei an jeden gerichtet, sagte Häusler. "Wir stellen diese Frage viel zu wenig, weil wir im Alltag von Sachzwängen und Notwendigkeiten bestimmt werden. Als Getriebene nehmen wir uns nicht die Zeit, über unser Leben nachzudenken." Er sei für einen Gott gegangen, der in die innere Freiheit führe, heraus aus Verkrustungen und Verhärtungen, die Lebendigkeit und Erfüllung verhinderten.

An seinen Wirkungsorten sei er mit Jung und Alt gegangen, gemäß dem Primizspruch "Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude." Im Klinikum hätten Menschen mit ihrer Krankheit aber auch mit Gott gerungen, der alles andere als der liebe Gott gewesen sei. "Für einen Gott bin ich gegangen, der uns seine verzeihende Liebe schenkt und einen Neuanfang ermöglicht." Der Geistliche mahnte, die Kultur des Erbarmens zu leben. Nur so funktioniere das Zusammenleben.

Vielen sei der Himmel heute fremd geworden, an seine ewige Zukunft zu glauben, sei ja auch schwer. Aber der Auferstandene sei das Geschenk an die Menschen, betonte Häusler.

"Für diesen österlichen Gott bin ich gegangen in den vielen Begegnungen mit Schwerkranken und Sterbenden." Was letztlich am Ende passiere, bleibe ein Geheimnis. Aber es geschehe Großes, "und das gibt mir immer wieder Anlass, wach da zu sein in dieser Haltung der Ehrfurcht."

"Du bist ein Aushängeschild unserer Pfarrei", würdigte Kirchenpfleger Karl Bauer den Jubilar beim Stehempfang. Häusler hätte auch den einfacheren Weg wählen können, aber er sei sich als Mensch und Priester treu geblieben und zu seinem "Ja, ich bin bereit" gestanden. "Solche Menschen und Priester brauchen wir auch heute mehr denn je." Bürgermeister Ludwig Biller wünschte viel Mut und Kraft.
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