Wegweiser zur neuen Heimat

Die erfolgreichen Teilnehmer des Deutschkurses zusammen mit ihren Dozenten, Verantwortlichen und Organisatoren. Bilder: cog (2)

ESF-BAMF-Kurs: Deutsch klingt das nicht gerade, ein gehobener Sprachstandard ist jedoch Ziel. Mitfinanziert vom Europäischen Sozialfonds, bietet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge diese Seminare zur Integration in den Alltag an.

Sulzbach-Rosenberg. (cog) "Mit Stolz und Zufriedenheit blicken wir auf diesen Kurs", lobte Manfred Lehner, der Leiter der Volkshochschule, die Absolventen. "Wir haben Ihr Potenzial herausgekitzelt, und Sie haben gemerkt: Lernen lohnt sich." Das in erster Linie greifbare Ergebnis besteht aus einem Zertifikat über Deutschkenntnisse auf dem europäisch standardisiertem Niveau B2 ("gute Mittelstufe").

Das sei aber eigentlich nur eine Zwischenetappe, unterstrich Lehner zugleich. "Das Ziel ist ein guter Beruf und persönliche Integration." Auch das hat in einem Fall bereits geklappt. Goziem Onyevuchi aus Nigeria hat über das integrierte Praktikum eine Arbeitsstelle in einem Logistikunternehmen gefunden. Übergreifend attestierte der Leiter der Volkshochschule diesem Kurs, der bisher beste und motivierteste gewesen zu sein. 12 der 20 Teilnehmer haben sich zusammen mit zwei externen Aspiraten der Prüfung gestellt und bis auf einen alle bestanden.

Olga Kolodin vom Job-Center Sulzbach-Rosenberg dankte der Volkshochschule für die gute Zusammenarbeit. Die Möglichkeit, dieses Angebot kostenlos in Anspruch nehmen zu können, sei ein großer Vorteil für die Migranten. "Das Niveau B2 eröffnet einen ganzen Horizont von Möglichkeiten", stellte Leonhard Dietrich von der VHS Weiden als Koordinator für die Oberpfalz fest. "Fassen Sie Mut, Ihren Weg weiterzugehen."

Handfestes Rüstzeug

"Ihr habt mich mit Euren Fragen herausgefordert", blickte die Dozentin Joëlle Struffert auf den Kurs zurück und attestierte den Teilnehmern einen ausgeprägten Fleiß. Maria Bogner, Dozentin für berufliche Orientierung und Bewerbertraining, hatte die Migranten bei ihren Praktika begleitet. Auch sie sprach von einer hochmotivierten Gruppe, einige hätten sogar in ihre Wunschberufe hineinschnuppern können. Für zwei von ihnen mündeten diese Wochen bereits in einen Arbeitsplatz.

Ella Kern aus Kasachstan sieht in dem Kurs die Basis für einen neuen Einstieg ins Berufsleben. "Wir durften viel lernen", sagte sie. Auf dem Lehrplan stand auch, Bewerbungen zu schreiben. Nach den sechs Stunden Unterricht jeden Tag hat sie auch zu Hause viel gelernt. In ihrer alten Heimat war sie Grundschullehrerin. Ihr Praktikum hat sie im Kindergarten absolviert und war begeistert. "Ich glaube, der Kurs hilft mir, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen."

Nicht nur Theorie

Goziem Onyevuchi aus Nigeria hatte schon länger in Deutschland als Versandmitarbeiter gearbeitet, als er wegen einer Erkrankung seine Arbeit aber wieder verlor. Im Kurs, berichtete er, konnte er seine Deutschkenntnisse wesentlich verbessern. "Vorher war das wie ein Salat, ganz gemischt. Jetzt kann ich mich besser korrigieren." Er hat bei der Firma Stahlgruber sein Praktikum gemacht und fängt jetzt dort als Logistikkraft an. Der Kurs umfasste 730 Stunden, davon 18 für Betriebsbesichtigungen, 160 fürs Praktikum, 380 in Deutsch und 190 als fachbezogen.
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