Wehr hilft sich selbst

Die Winbucher führten mit ihrer Kinder- und Jugendfeuerwehr den Festzug an, die benachbarten Wehren folgten. Bilder: bjo (2)

Erst am Vorabend um 19 Uhr hatte sie den letzten Staub von den Türklinken gewischt, um tags darauf stolz ihr Werk präsentieren zu können: Die Feuerwehr Winbuch hat am Sonntag ihren Erweiterungsbau eingeweiht.

Zum gelungenen Anbau an das bestehende Feuerwehrhaus gratulierte auch Landrat Richard Reisinger: "Solche Aktivitäten zeichnen die Winbucher aus." Der Zusammenhalt im Ort sei ein Vorbild für ländliche Entwicklung. Das Engagement der Wehr würdigte auch 2. Bürgermeisterin Eva Eichenseer: "In vielen Stunden habt ihr den Anbau geschafft. Ich beglückwünsche die Feuerwehr auch zur tollen Kinder- und Jugendfeuerwehr." Kreisbrandrat Fredi Weiß verband seine Glückwünsche auch mit dem Hinweis an die Öffentlichkeit, "das Ehrenamt ist unverzichtbar".

Über das Projekt Anbau und Containerplatz informierte Kommandant Reinhard Götz. Am 11. Juni 2014 habe man nach längerer Planungsphase mit dem Vorhaben begonnen, mehr Platz für die aktive Wehr zu schaffen. Die ganze Baustelle habe man in fünf Bauabschnitte eingeteilt. Zum Auftakt wurde ein Nebeneingang geschaffen. Zuvor war der Zugang ins Feuerwehrhaus nur über das Haupttor möglich. "Dies war sehr unpraktisch, da jedes Mal das große Tor geöffnet werden musste."

Der Anbau wurde danach begonnen. Da das Feuerwehrhaus ursprünglich nur aus einem Raum bestand, hatte die Truppe keine Möglichkeit, Material, Geräte und Ausrüstung zu lagern oder kleinere Reparaturen vor Ort zu erledigen. Deshalb beschloss sie, einen rund 20 Quadratmeter großen, absperrbaren Nebenraum als Lager und Werkstatt anzubauen. Die Neueindeckung des bestehenden Gerätehauses war der nächste Schritt. Das alte Dach hatte schon bessere Zeiten gesehen und wurde deshalb im Zuge des Anbaus gleich neu eingedeckt.

Die Gestaltung der Außenflächen und des Vorplatzes war nach dem Anschluss des Dorfes an das Kanalsystem ebenfalls dringend nötig. Die Recyclingcontainer des Landkreises wurden in das Konzept integriert und bekamen so einen neuen Standplatz. "An diesen Umbaumaßnahmen hat sich der Landkreis finanziell beteiligt", betonte Götz. Er fügte hinzu: "Ohne Sponsoren wäre so ein Projekt für eine kleine Feuerwehr wie Winbuch nicht machbar." Den Hauptteil der Materialkosten habe die Gemeinde Schmidmühlen getragen. Der Feuerwehr-Verein habe einiges selbst übernommen, außerdem habe man viel Unterstützung von privaten Personen und Geschäftsleuten erhalten. Die Wehr hat rund 800 Arbeitsstunden eingebracht, um das Projekt zu stemmen.

Vor ein paar Wochen habe sich erst wieder gezeigt, dass auch die kleinen Wehren, vor allem im ländlichem Raum, ihre Daseinsberechtigung haben, betonte Kommandant Götz: "Durch die Zusammenarbeit der großen und kleinen Wehren im Lauterach-/Vilstal und Umgebung stellen wir alle zusammen eine schlagkräftige Truppe, auf die sich die Bevölkerung verlassen kann." Anschließend traf man sich im Dorfgemeinschaftshaus zum gemütlichen Teil, den die Blaskapelle St. Ägidius begleitete.
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