Weiden lernt nicht aus Fehlern

Dominik Forster (hier im Spiel gegen Aubstadt) spielt im Tor der SpVgg SV Weiden eine gute Saison. Am Samstag in Erlenbach patzte er aber entscheidend. Bild: Schwarzmeier

SpVgg SV Weiden erleidet im Kampf um die Bayernliga-Spitze den nächsten Rückschlag: 0:2 verlieren die Oberpfälzer beim SV Erlenbach. Zwei kapitale Fehler entscheiden die Partie

Weiden. (lst) Kein Filmtitel passt derzeit so gut zu den Leistungen des Fußball-Bayernligisten SpVgg SV Weiden wie "Und täglich grüßt das Murmeltier". Wie schon gegen Aubstadt und vor einer Woche gegen den Würzburger FV ereilte die Mannschaft von Trainer Christian Stadler am Samstag vor 300 Zuschauern beim SV Erlenbach das gleiche Schicksal: Über weite Strecken waren die Schwarz-Blauen erneut spielbestimmend, erarbeiteten sich eine Vielzahl an Chancen, nutzen diese nicht und wurden dafür bestraft. Wobei beim 0:2 (0:0) bei den Unterfranken zwei kapitale individuelle Fehler den Ausschlag gaben, die SVE-Stürmer Sebastian Göbig eiskalt nutzte.

Top-Teams am Wasserwerk

So schwer es fällt, müssen sich die Verantwortlichen der SpVgg SV Weiden nach dieser Niederlage mit dem Gedanken anfreunden, dass sie im Kampf um die ersten beiden Plätze immer mehr ins Hintertreffen geraten. Denn lediglich zwei Punkte aus den letzten vier Partien sind unterm Strich einfach zu wenig, um mit dem SV Viktoria Aschaffenburg und dem FC Amberg auf Dauer mithalten zu können. Selbst die Tatsache, dass mit Aschaffenburg, Forchheim und Großbardorf drei Top-Teams in den noch ausstehenden sechs Partien am Wasserwerk anzutreten haben, hilft da nicht wirklich weiter.

Ungemeiner Druck

Dabei begannen die Gäste gegen einen in der Defensive sehr geordnet und sicher stehenden SV Erlenbach hoch konzentriert und motiviert. Auch wenn die Weidener Stürmer Ralph Egeter und Christoph Hegenbart von der SVE-Abwehr weitestgehend aus der Partie genommen wurden, machte die SpVgg SV in den ersten 45 Minuten ungemein Druck und spielten die Gastgeber förmlich an die Wand. "Das hat in dieser Saison noch keine Mannschaft so getan", mussten selbst die eingefleischtesten SV-Anhänger neidlos anerkennen.

Dass die Unterfranken nicht schon zum Seitenwechsel ins Hintertreffen gerieten, hatten sie zum einen ihrem überragenden Keeper Christos Patsiouras zu verdanken, der zweimal reaktionsschnell die Weidener Führung verhinderte. Thomas Schneider hätte gegen den am Boden liegenden Erlenbacher Schlussmann nur noch einschieben brauchen, doch irgendwie bekam dieser den Fuß noch an den Ball. Und auch bei Friedrich Lieders Schuss Mitte der Halbzeit war er auf dem Posten. Die wohl beste Möglichkeit hatten die Oberpfälzer in der Anfangsphase durch Egeter, der alleine vor Patsiouras aber den Ball verstolperte. "Danach haben wir uns zurückgekämpft gegen einen mitspielenden Gegner. In der Abwehr sind wir aber superstabil gestanden und haben beim 1:0 einen Riesenbock des Weidener Keepers genutzt. Und wenn wir mal in Führung liegen, wird es für jeden Gegner schwer", sagte Erlenbachs Pressesprecher Hartmut Heinrich. Dem 1:0 der Gastgeber ging in der Tat ein kapitaler Fehler von SpVgg-SV-Schlussmann Dominik Forster voraus. Nach einem Rückpass von Andreas Wendl spielte er Sebastian Göbig (51.) das Leder in die Füße, so dass dieser keine Mühe hatte, aus 20 Metern zu treffen. "Das 1:0 hat dem SVE in die Karten gespielt. Wir mussten aufmachen und boten so Konterchancen", sagte Stadler. Allerdings bedurfte es eines weiteren Fehlers, der für die Entscheidung sorgte. Bei einem Freistoß für Weiden fehlte die Absprache, so dass Schneider den Ball verlor und erneut Göbig, der alleine auf Forster zusteuerte, zur Stelle war (77.) - die Entscheidung, zu der der Weidener Trainer dem Gegner fair gratulierte: "In Erlenbach kann man immer mal verlieren", musste er bedingungslos anerkennen. Kann man, war aber überflüssig. Wie schon die Niederlage gegen Aubstadt oder der Punktverlust beim 1:1 gegen Würzburg...
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