Weidener "Jein", Amberger "Na, klar"

Wäre ein eventueller Aufstieg in die Regionalliga für die SpVgg SV Weiden finanziell zu stemmen? Vorsitzender Kurt Haas ist unschlüssig. Bild: Huber

Parallelitäten, Pläne und Perspektiven: Vor dem Bayernliga-Derby zwischen der SpVgg SV Weiden und dem FC Amberg geben die Vereinschefs Kurt Haas und Helmut Schweiger einen Einblick in die Arbeit ihrer Klubs.

Weiden/Amberg. (lst) Superlative gibt es viele: das Spiel der Spiele, die Mutter aller Derbys, traditionsreicher Schlager. Oder ist das Aufeinandertreffen der SpVgg SV Weiden und FC Amberg am Samstag um 15 Uhr im Sparda-Bank-Stadion am Wasserwerk doch einfach nur eine ganz normale Partie? Für Kurt Haas, Vorsitzender der SpVgg SV, und für Helmut Schweiger, dem Vorstandsvorsitzenden des FC Amberg, ist klar: Eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft fällt nicht, da noch neun Spiele auf dem Programm stehen. Aber sie gestehen ein: "Das Derby hat eine hohe Bedeutung."

Mit Haas und Schweiger stehen zwei Menschen an der Spitze der jeweiligen Vereine, die perspektivisch denken und keine finanziellen Wagnisse eingehen. Denn die durchaus mit Parallelitäten gespickte Geschichte beider Klubs hat sie vorsichtig werden lassen. Während in Weiden seit der Pleite der "alten SpVgg" vor vier Jahren trotz immer noch zu spürender Altlasten ein stetiger Aufwärtstrend erkennbar ist, wird auch in Amberg seit Schweigers Engagement Schritt für Schritt nach vorne gemacht. Am Ende des ausgearbeiteten Fünf-Jahres-Planes, in dessen dritter Phase sich die Vilsstädter derzeit befinden, soll letztendlich der Regionalliga-Aufstieg stehen.

Sportlicher Höhepunkt

Haas schreibt der Begegnung "schon eine gewisse Vorentscheidung" zu - zumindest zwischen Amberg und Weiden. "Wir haben momentan zwei Punkte Vorsprung auf die Amberger. Gewinnen wir das Derby, wären das fünf." Er weiß aber auch, dass mit Aschaffenburg und Großbardorf noch zwei andere starke Teams um den Aufstieg in die Regionalliga mitmischen. "Wir werden mit Selbstvertrauen nach Weiden fahren und uns nicht verstecken", kündigt Schweiger an, der den gastgebenden Spitzenreiter als Favoriten ansieht. Für ihn ist das Derby gegen SpVgg SV ist ein "sportlicher Höhepunkt" für die Oberpfalz. Allerdings, so schränkt er ein, glaube er nicht, dass die Meisterschaft nach diesem Spiel entschieden sei. Es werde bis Saisonende eng bleiben.

Einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga sieht der SpVgg-SV-Vorsitzende nur zum Teil als erstrebenswert an. Aus der Sicht des Amateurfußballers, der während der Saison um die Meisterschaft kämpfe und sich daraus die Motivation hole, sei die Regionalliga natürlich lohnenswert. Differenzierter sei hingegen die Regionalliga aus Sicht der Vereine zu betrachten. Hier habe das Thema "finanzieller Aufwand" eine hohe Bedeutung. "Man muss schon als Bayernliga-Verein an die Grenze des finanziell Machbaren gehen. Die Regionalliga bedeutet aber nochmals eine Steigerung." In dieser Liga als reiner Amateurverein zu überleben sei sowohl sportlich als auch finanziell ein Kraftakt. Und ob der Ertrag aus einer höheren Zuschauerzahl den Mehraufwand für den erhöhten Infrastrukturaufwand ausgleiche, ist für Haas fraglich. Deshalb sei die Frage, ob die Regionalliga überhaupt erstrebenswert ist, aus seiner Sicht sportlich und finanziell nur mit "Jein" zu beantworten.

Schub in der Vilsstadt

Völlig anderer Ansicht ist in diesem Punkt hingegen Schweiger. Der ist sich sicher, dass ein Regionalligaaufstieg in der Vilsstadt nochmals einen enormen Schub geben werde. "Sollten wir aufsteigen, wird das sicher von allen Ambergern honoriert werden." Ob sein FC in der höheren Klasse finanziell mithalten könne, werde sich zeigen. Aber: Ohne Unterstützung aus der Wirtschaft werde es sicherlich schwer werden, die Infrastruktur weiter auszubauen.

Haas glaubt aber auch, dass die aktuelle Weidener Mannschaft in der zweiten Tabellenhälfte der Regionalliga bestehen könnte. Auf Dauer, wenn aus dem Leistungszentrum die nächsten Jahre die entsprechend ausgebildeten Nachwuchstalente kommen, könnte die SpVgg SV dort vielleicht auch mal um die vorderen Plätzen mitspielen. Zudem habe sein Verein ein drittligataugliches Stadion, die Infrastruktur und die Vereinsstruktur wären gegeben. "Im Sponsoring-Bereich habe ich aber so meine Zweifel in Weiden. Hier wäre wünschenswert, dass die Wirtschaft endlich mal erkennt, welches Pfund man mit so einem Fußballverein in der Nachbarschaft hat." Dagegen besitze die SpVgg SV einen weit über die Grenzen der Oberpfalz hinaus exzellenten Ruf. "Da haben wir gegenüber Amberg einen leichten Vorsprung", so Haas, der beiden Vereinen eine "weitgehend professionelle Arbeit, überwiegend auf ehrenamtlicher Basis", bescheinigt.

Wunsch: Volle Bude

Und was wünschen sich beide Vorsitzenden zum Derby? Haas nennt drei Dinge, eine "volle Bude", 90 Minuten Offensivfußball und einen 2:1-Sieg der Schwarz-Blauen, Schweiger glaubt dagegen fest daran, dass der FCA "etwas mitnehmen" wird. "Der Bessere soll gewinnen."
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