Weihe vor 60 Jahren: Frankenberg feiert sein Gotteshaus
Großer Wert für kleinen Ort

Nicht nur das ganze Dorf war vor 60 Jahren auf den Beinen. Damals durften die Frankenberger endlich ihr eigenes Gotteshaus weihen lassen. Bild: hia
Im Zeichen des 60. Weihejubiläums der Heilig-Geist-Kirche steht am Sonntag, 17. Mai, das Kirchweihfest auf dem Programm. Mit Ehrengästen und Gottesdienst feiert die evangelische Gemeinde.

Um 9.30 Uhr wird Pfarrer Hartmut Klausfelder mit Dekan Wenrich Slenczka und Prodekan Dirk Grafe in die Kirche einziehen. Der Festgottesdienst wird auf den Kirchenvorplatz übertragen. Slenczka hält die Festpredigt. Orgel und Frankenberger Posaunenchor gestalten die Feier. Pfarrer Klausfelder wird beim Gottesdienst Mesner Andreas Feigt in den Ruhestand verabschieden. Die Nachfolge des früheren Kirchenvorstands tritt Alfred Ötter an. Nach dem Gottesdienst geht es zum Mittagessen in die Hide-Away-Räume.

Die Gottesdienste in der Frankenberger Kirche seien keine lästige Pflicht, sagt Pfarrer Hartmut Klausfelder. Durchschnittlich besuchen 25 Personen den Sonntagsgottesdienst um 10.30 Uhr. Das ist ein Viertel der Einwohner des Ortes. Am ersten Sonntag des Monats gibt es einen Kindergottesdienst. 10 bis 12 Kinder lernen den evangelischen Glauben dabei kennen. "Das kirchliche Leben ist eingebettet in eine außergewöhnliche Dorfgemeinschaft", so Klausfelder. Frankenberg hat einen Posaunenchor, der an besonderen Feiertagen die Gottesdienste ausgestaltet, sowie zu jedem Seniorengeburtstag spielt. In welchem vergleichbar großen Ort gebe es das schon.

Dass die evangelischen Frankenberger den Bau ihrer Kirche kaum erwarten konnten, zeigt ein Eintrag in den Kirchenboten vom Juni 1955. "Was der Kirchweihtag für die Gläubigen bedeutet, kann nur der ermessen, der den bisherigen Kirchenweg von Frankenberg nach Neustadt am Kulm kennt. Bei jedem Gottesdienstbesuch, bei jeder Beerdigung waren zu Fuß 20 Kilometer zurückzulegen, und zwar auf schlechten Feld- und Waldwegen." Ein Stundenstein im Wald auf halber Strecke zwischen Frankenberg und Neustadt erinnert daran. Der Weg führte durch den heutigen Staatswald in der Haad, vorbei an Gsundbrunnen, Teufelstritt und über die europäische Wasserscheide. Von dort ging es weiter vorbei an Tremau und durch den Zauswinkel. Mit der Weihe am 22. Mai 1955, dem Sonntag vor Pfingsten, war damit endgültig Schluss.

Jahrhundertelang waren die Gemeindeglieder zum Gottesdienst zersplittert. Die einen gingen nach Neustadt, andere nach Seidwitz und Birk. Als Teil der Pfarrei Neustadt am Kulm taucht Frankenberg im Jahr 1575 auf. Davor dürfte es zu Vorbach gehört haben, ursprünglich zur Pfarrei Mockersdorf.
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