Welche Farbe welchem Typ steht
Schneewittchen trägt Kobaltblau

Ein intensives Blau ist derzeit angesagt - Heine etwa kombiniert es mit weiteren Blautönen. Bild: tmn/Heine
Fuchsiarosa, Kobaltblau, Flaschengrün und Maisgelb: Selten war die Mode so bunt wie derzeit. Doch die Menschen sind verschieden - Blonden stehen andere Farben als Brünetten. Der dunkle Typ, der im Sommer schnell braun wird, verträgt ein anderes Gelb als der blasse Typ mit Sommersprossen. Im schlimmsten Fall lässt es den Hautton grau erscheinen. Wer zu den wirklich grellen Tönen greift, sollte vorsichtig sein.

Kobaltblau steht dem Wintertyp. Ihn zeichnen starke Kontraste aus - dunklere Haare zu heller Haut und teils helleren, graublauen oder grünen Augen sowie rosigen Wangen. Wie Schneewittchen eben. Aber das intensive Blau sieht auch am gebräunten südländischem Typ gut aus, sagt die Modeberaterin Ines Meyrose, Mitglied im Interessenverband deutscher Farb- und Stilberater.

Trend-Farbei für die Hose

Für alle andere Typen gibt es aber - wie grundsätzlich bei allen auffälligen Farben - einen Trick: Steht einem eine Farbe nicht wirklich gut, sollte man sie einfach als Hose oder Rock tragen. Denn schwierig ist eine Farbe nur in der Nähe des Gesichts, erläutert die Modeberater Andreas Rose. Er rät etwa zu einer kobaltblauen Hose und sonnen- oder senfgelbem Oberteil. Das steht den anderen Hauttypen viel besser, und es ist die perfekte Kombi-Farbe zu dem strahlenden Blau, ergänzt Meyrose. "Die Alternative ist ein pastelliges Blau im Oberteil."
Während Kobaltblau auch im Winter noch erhalten bleibt, ist eine derzeit sehr angesagte Farbe vor allem etwas für den Sommer: Ocean Blue, das Blau der Südsee. Sie eignet sich gut für etwas gebräunte Menschen, sagt die Stylistin Maria Hans - wobei sie sich dabei grundsätzlich nicht gerne auf Haut- und Farbtypen festlegen lassen will. "Die Farbe kann auch blassen Typen stehen." Etwa einem blonden, blassen Frühlingstyp. Sie würde das Südseeblau mit Hellblau, Weiß oder kontrastreicher mit Gelb kombinieren.

Ein Gelb wie die Sonne, Maiskörner oder Senf steht Menschen mit gelblichem Hautton. Wer blass ist, sollte Gelb aber meiden - und Orange übrigens auch. Meyrose erläutert: "Wem grundsätzlich eher gedecktere Töne stehen, greift besser zu Rostorange oder Kürbisorange." Wer leuchtende Töne mag, sollte ein Zitronengelb oder Apfelsinenorange wählen. Rose rät zu Gelb sowie Blau als Akzent zu grünen Outfits. Hier sind derzeit viele Töne angesagt - von Flaschengrün bis zu einem sehr hellen Zitronengrün. "Damit kann man auch gut seine Blässe hervorheben - was ja im Modebereich immer gefragt ist", sagt Rose. Das mittlere, satte Flaschengrün stehe im Prinzip jedem Typ, fügt Hans hinzu. Ein helleres Grün sollten blasse Menschen dagegen meiden. "Gerade ein Lindengrün kann noch etwas mehr Farbe aus dem Gesicht ziehen." Für sie sind zu Grün tolle Kombinationsfarben Hummer, Rot und Gelb.

Edlen Touch "einbauen"

"Orange mag ich persönlich schon sehr gerne", ergänzt Modeberater Rose. Gerade wenn es mit einem Pink oder Violett kombiniert werde. Wem das zu viel Farbe ist, sollte die Kombination mit Schwarz "beruhigen" und dem Ganzen einen edleren Touch geben. Weiß sei im Sommer eine andere tolle Kombinationsfarbe.

Rosa ist eine Farbe, die derzeit gleich mehrere Unternehmen anbieten - meist ein Outfit komplett in der Lieblingsfarbe der Barbiepuppe. Und genau das ist gefährlich, sind sich die Modeexperten einig. "Es sieht schnell verspielt und kindlich aus", sagt Rose. Er rät, ein Outfit mit einem Anteil von nur maximal 30 bis 40 Prozent Rosa zusammenzustellen.

Grau ist das neue Schwarz

Das empfiehlt auch Maria Hans dringlich: "Vor allem Mädchentypen - die auch besonders gerne zu diesem Ton zu greifen scheinen - passt ein rein rosa Outfit gar nicht." Sie würde wie Rosé mit Schwarz oder Wollweiß kombinieren. Eine Alternative sei die neue Modefarbe Grau, die auch im Herbst und Winter hinein noch als das "neue Schwarz" gehandelt werde, so der Modeberater.
Dass Rosa aber als einzige Outfit-Farbe auch gelingen könne, zeigten immer wieder Prominente auf dem Laufsteg. Typen wie die Schauspielerin Nicola Kidman etwa können Kleider ganz in Rosa tragen, sagt Rose. Warum? Weil sie eine ernsthafte Ausstrahlung haben, was durch einen hellen Teint und eine tolle Haut unterstrichen werde. Außerdem kommt es hier auch besonders auf den Schnitt der Klamotte an - lieber mehr Stoff als zu wenig. Tabu ist dem Modeberater zufolge die Farbe Rosa an stark gebräunten Frauen - sie wirkten darin billig. Keine kindliche, sondern eine sehr erwachsene, erotische Farbe ist Rot, findet er. Sie stehe eigentlich jedem Typen.

Neonfarben sind schwierig - und da gibt es keine Ausnahme. "Es ist derzeit ein Modethema, aber großflächig kann Neonfarben wirklich niemand tragen", sagt Meyrose. "Fürs Joggen ist das super. Beim Skifahren - denn dann findet man einen im Schnee - auch super, aber nicht im Alltag." Die Modeexpertin empfiehlt aber, die Farben in kleinen Dosen einzusetzen: "Toll sieht ein dunkelblaues T-Shirt mit Streifen aus - alle fünf Zentimeter etwas Neonfarbenes." Aktuell sehr angesagt und dazu noch tragbar seien Tücher in Grau mit neonfarbenen Sternen oder Punkten.

Doch alle diese Tipps hin oder her - letztlich komme es, wie bei so vielem, nicht auf die Farbtypen an oder was im Alltag von der breiten Maße als tragbar empfunden wird, sagt Hans. Sie rät Modeinteressierten dazu, Mut zum Kombinieren zu haben.
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