Weltall blickt auf "Hausfluss"

Jetzt heißt es warten. Erst wenn der Weltraumsatellit von Google Earth die Scheune fotografiert hat, ist das Kunstwerk vollendet.

Neustadt/WN. (bgm) Seit zehn Jahren errichten die Mitglieder des Kunst- und Kulturvereins "Hausfluss" rund um die alte Schießstätte einmal jährlich ein neues Kunstwerk. "Standpunkte" heißt diese Serie der Künstler um Vorsitzenden Stephan Argauer. Eine zentrale Rolle spielt in der Standpunktreihe die Perspektive. Demnächst wird das Gelände der alten Schießstätte sogar aus dem Weltall sofort erkennbar sein.

Josef Weber und Markus Richter, die Schöpfer des aktuellen Projekts "Stars an Stripes", spannten am Samstag zusammen mit Stephan Argauer und Tobias Punzmann vier jeweils 70 Zentimeter breite Kunststoffplanen über die Scheune des Vereinsgeländes. Die Banner in den Farben blau, gelb, grün und rot stellen das Vereinslogo dar und sind mit "Egon-Eiermann-Kacheln" - auch bekannt als Hortenkacheln - am Boden verankert.

Jetzt warten die Künstler gespannt darauf, bis der Internetdienstanbieter Google ihr Werk mit Weltraumsatelliten fotografiert. "Die Banner bleiben zwei, drei Jahre auf der Scheune", erklärt Weber. "Vielleicht werden aber schon nächstes Jahr neue Satellitenfotos aufgenommen." Dann werden die Banner wieder abgenommen. Ihre Installationen sind immer nur "temporär" gedacht. "Wichtig ist zunächst, dass man einen Standpunkt einnimmt", sagt Weber. "Man muss es tun und dann kann man darüber reden, ob es richtig oder falsch ist. Man hat immer wieder die Chance sich neu zu positionieren."

Räumlicher Aspekt

Ferner sei es auch für die Leute interessant, die beim Hausfluss vorbeischauen und die stetigen Änderungen beobachten können, sagt Weber. "Wir beide kommen aus der Architektur. Für uns sind stets räumliche Aspekte wichtig", ergänzt Markus Richter, der auch Gründungsmitglied von Hausfluss ist und mittlerweile in Wien lebt.

Von der Froschperspektive bis hin zum Blick aus dem Weltall ist die Standpunktreihe schon gekommen. Noch ist das überdimensionale Logo nur in der realen Welt zu sehen. Sobald es fotografiert und wieder abgebaut ist, fehlt es in der wirklichen Welt und existiert nur noch im Internet. Noch ein paar Jahre später, wenn Google erneut die Sattelitenaufnahmen aktualisiert, ist die Installation vollkommen verschwunden.
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